Digitalminister Karsten Wildberger räumt am Rande der Klausurtagung der Bundesregierung im Schloss Neuhardenberg ein, dass Deutschland und Europa im KI‑Rennen nahezu aussichtslos zurückliegen. „Natürlich sind die Amerikaner enteilt und die Chinesen“, so der Minister. Er sagt, man müsse sich auch mal „mit Platz 3 oder 4“ zufrieden geben.Es gehe nicht immer nur darum, die Nummer eins zu sein, so Wildberger, am Dienstag bei einem Statement mit Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) und Bauministerin Verena Hubertz (SPD).
„Wir sind drittgrößte Volkswirtschaft und ich würde mal sagen, das Ziel Nummer 3, Nummer 4 zu sein in der Welt, ist auch mal ein gutes Zwischenziel“, so Wildberger weiter. „Natürlich sind die Amerikaner enteilt und die Chinesen“, räumt der Digitalminister ein. Gleichzeitig hätten die Chinesen auch mit weniger Ressourcen aufgeholt. Warum solle das „Europa und Deutschland nicht auch gelingen“? Wildberger warnte davor, „immer die Latte so hoch“ zu hängen, sonst komme negative Stimmung auf und die Frage: „Schaffen wir das überhaupt noch?“
Zuvor hatten Wirtschaftsvertreter auf dem Treffen davor gewarnt, dass Deutschland und Europa bei der Künstlichen Intelligenz ins Hintertreffen geraten könnten. Um die europäische Souveränität zu sichern, müsste massiv in die industrielle Nutzung von KI investiert werden, erklärten die Chefs von Siemens und des kanadischen KI-Unternehmens Cohere. Die Politik müsse die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. In den USA und China würden bereits sehr große Summen in die KI-Entwicklung gesteckt. Europa drohe innerhalb weniger Wochen und Monate völlig abgehängt zu werden.
Franziska Brantner und Felix Banaszak zur Klausur des Bundesvorstandes von Bündnis 90/Die Grünen














