„Links ist vorbei“, rief Kanzler Friedrich Merz (CDU) beim offiziellen Wahlkampfabschluss am Vorabend der Bundestagswahl in die johlende Menge der Unionsanhänger in München. Rund anderthalb Jahre später ist links ganz und gar nicht vorbei. Und das mit Ansage.
Kurz nach der Bundestagswahl Ende Februar 2025 seien viele Unionsabgeordnete noch immer mit dem Wort „Politikwechsel“ unterwegs gewesen, erzählen führende Mitglieder der Unionsfraktion und hätten erst nach und nach lernen müssen, dass dies vom Koalitionspartner SPD als verletzend empfunden werde. Also habe man sich diese Wortwahl künftig verkniffen. Politikwechsel abgesagt.
Wenn sich die Union wundert, warum sie in den Umfragen so schlecht dasteht, könnte es daran liegen, dass ihre letzten Wähler genau jenen Politikwechsel wollten, den zu proklamieren und einzufordern ihre Mandatsträger inzwischen eingestellt haben. Bestes Beispiel sind die Klausuren der Fraktionsvorstände von CDU/CSU und SPD 2025 in Würzburg und jetzt wieder in Münster, die sich alle Jahre wieder wie eine Art Paartherapie anfühlen.
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