Micky Maus oder der letzte Amerikaner in Deutschland

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Micky Maus oder der letzte Amerikaner in Deutschland
Bildquelle: Tichys Einblick

An einem Mittwoch beginnt die Geschichte. Wir schreiben den 29. August 1951, da landen nicht die Alliierten in der Normandie – aber eine Maus am deutschen Kiosk.

„Micky Maus – das bunte Monatsheft“ kostet 75 Pfennig. Umgerechnet sind das etwa 38 Euro-Cent, dafür bekäme man aktuell kaufkraftbereinigt einen Liter H-Milch und eine Packung Butterwaffeln. Das Heftchen kommt vollständig in Farbe daher – eine der ersten vierfarbigen Zeitschriften überhaupt im noch ziemlich mausgrauen Nachkriegsdeutschland.

Comics gelten vielen Erwachsenen (damals wie heute) allenfalls als geistiger Schnellimbiss. Die Kinder (damals wie heute) reagieren vernünftiger: Sie fangen an zu lesen. Und sie hören nicht mehr damit auf.

Mickys Geburt war eher Zufall. Walt Disney hatte in den USA die Rechte an seinem ersten Star verloren: Oswald, dem glücklichen Hasen. Deshalb schufen er und sein Zeichner Ub Iwerks im Jahr 1928 eine Figur aus Kreisen und mit ziemlich großen Schuhen. Sie sah aus wie eine Maus, ihre Schöpfer nannten sie „Mickey Mouse“ – zu Deutsch: Micky Maus.

Im stummen Kurzfilm „Plane Crazy“ machte Micky einen ersten Testlauf. Disney ging dann das große finanzielle Wagnis ein, mit „Steamboat Willie“ einen in der Produktion für damalige Verhältnisse sündhaft teuren Tonfilm zu machen. Am Abend des 18. November 1928 wurde der Film in New York zum ersten Mal öffentlich gezeigt. Am nächsten Morgen war die Maus ein berühmter Star.

Schon in seiner eigenen Entstehungsgeschichte bildet Micky Maus das Wesen der USA ab: Nur der Mutige gewinnt.

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