Der Angreifer musste keine Tür aufbrechen: Er hatte seinen Arbeitsplatz im Cockpit. Der Co-Pilot aus dem Oman attackierte den Kapitän von Flydubai-Flug FZ1073 mit einer Notfall-Axt und versuchte, die Kontrolle über das Flugzeug zu übernehmen: so die Staatsanwaltschaft der Vereinigten Arabischen Emirate. Die Behörde spricht von einem versuchten Terroranschlag.
Der mutmaßliche Attentäter von Flydubai-Flug FZ1073 soll sich gezielt bei der Fluggesellschaft beworben haben, um einen Anschlag auf einen Israel-Flug zu verüben, wie Reuters unter Berufung auf zwei israelische Beamte berichtete. Der Co-Pilot habe Vernehmern in den Vereinigten Arabischen Emiraten gesagt, er habe zunächst nach Airlines mit Verbindungen nach Tel Aviv gesucht und sich dann bei Flydubai beworben.
Der Omaner wollte offenbar die Maschine am 30. September in den Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv steuern. Bereits bei einem früheren Israel-Flug in diesem Jahr soll er einen Absturz geplant, dann aber davon Abstand genommen haben. Weshalb, ist unklar. Stellungnahmen der Behörden und von Flydubai lagen Reuters zunächst nicht vor.
Dass die Menschen an Bord der Boeing 737 MAX von Dubai nach Tel Aviv überlebten, verdanken sie einer Serie von Zufällen und dem Zusammenwirken des verletzten Kapitäns, eingreifender Passagiere, der Kabinenbesatzung und zusätzlicher Piloten. Flydubai würdigte ausdrücklich alle diese Beteiligten; die außer Diensten mitfliegenden Piloten halfen bei der sicheren Landung.
Der 29-jährige Omaner absolvierte damals ein Fernstudium in Luftfahrtmanagement an der Buckinghamshire New University. Die Hochschule betont mittlerweile: Eine Pilotenausbildung erhielt er dort nicht, die Universität kündigte eine Überprüfung an. Auch frühere Arbeitgeber stehen im Blick. Nach Recherchen des „Wall Street Journal“ war der Omaner bereits wegen extremistischer Auffälligkeiten bei Oman Air aus dem Flugbetrieb genommen worden und durchlief offenbar ein Deradikalisierungsprogramm.
Royal Air Maroc bestätigte Reuters, dass al-Hammami 2025 dort ein dreimonatiges Training absolvierte. Seine anschließende Bewerbung um eine Beschäftigung wurde abgelehnt. Warum, sagte die Airline Reuters offenbar nicht.
Trotzdem stellte Flydubai ihn im Februar 2026 ein. Laut Zeitung prüfte die Gesellschaft zwar seine strafrechtliche Vorgeschichte, nahm aber keinen Kontakt zum früheren Arbeitgeber auf, um seine Vergangenheit dort zu überprüfen. Die Fluggesellschaft suchte dringend Piloten. Das wäre, sofern sich diese Rekonstruktion bestätigt, ein gravierendes Human-Resources- und Security-Versagen.
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