AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund greift in die Innentasche seines hellen Sakkos und zieht hervor, was viele Autofahrer derzeit schneller auf die Palme bringt als jede Wahlkampfrede: eine Tankquittung. 2,20 Euro für den Liter, sagt der AfD-Spitzenkandidat beim Fernsehduell mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze. „Die Bürger werden abgezockt.“ Wer solle das noch bezahlen? Das sei eines der größten politischen Probleme.
Siegmunds Quittung ist keine von einer besonders teuren Autobahntankstelle, sondern der darauf ausgewiesene Preis entspricht ziemlich genau dem gegenwärtigen deutschen Preisniveau. Nach der jüngsten ADAC-Auswertung kostete Super E10 bundesweit durchschnittlich rund 2,18 Euro je Liter, Diesel etwa 2,23 Euro. Am Mittwoch erreichte E10 im Tagesdurchschnitt sogar 2,215 Euro, ein neuer nominaler Rekord. 50 Liter kosten damit knapp 111 Euro. Super E5 liegt derzeit vielfach um 2,24 bis 2,29 Euro, Diesel ebenfalls um 2,23 bis 2,29 Euro.
Siegmunds Quittung trifft also einen Nerv – gerade im ländlichen Sachsen-Anhalt, wo das Auto für viele Berufstätige keine Freizeitbeschäftigung, sondern Voraussetzung ist, um überhaupt zur Arbeit zu kommen. In Deutschland liegt der Spritpreis weit oben, wie ein Blick auf andere europäische Länder zeigt.
Der Vergleich des Statistischen Bundesamtes demonstriert die riesigen Unterschiede selbst zwischen unmittelbaren Nachbarstaaten.
Vergleichsbasis ist der 31. August 2026; beim Benzin wird Euro-Super 95 beziehungsweise in Deutschland Super E5 verglichen:
UKRAINE-KRIEG: Trump prescht vor! USA schicken Verhandler mit Friedensplan nach Moskau I WELT LIVE













