Wie Banken Panzer lieben und Jagdgewehre hassen

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Wie Banken Panzer lieben und Jagdgewehre hassen
Bildquelle: Tichys Einblick

Deutschland hat sich neu in Waffen verliebt. Allerdings nicht in alle. Wenn sie groß sind, olivgrün und milliardenschwer, dann heißen sie jetzt Hoffnungsträger. Stehen sie dagegen im gesetzlich vorgeschriebenen Panzerschrank eines Jägers oder eines Sportschützen, dann sind sie moralisch verwerflich.

Die große Rüstungsindustrie bekommt Milliardenaufträge für Kriegsgerät und politische Rückendeckung und wird hofiert. Der kleine Fachhändler für zivile Waffen bekommt kein Bankkonto und keinen Kredit und wird geächtet.

Spektakuläre Brandbriefe sind gerade bei Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) im Posteingang gelandet.

Der Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB) schildert darin, wie eine traditionsreiche Branche in den Ruin getrieben wird.

Der Verband vertritt knapp 1.800 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von rund 800 Millionen Euro. Meist sind es kleine Fachgeschäfte, Familienbetriebe und Werkstätten – also keine heimlichen Waffenkeller, sondern staatlich streng kontrollierter Mittelstand.

Es gibt inzwischen unzählige Beispiele. Existenzgründern wird das Geschäftskonto verweigert, solventen Bestandskunden werden die Konten gekündigt. Kredite platzen, Versicherer erklären die ganze Branche zum „Nichtzeichnungsrisiko“. Sogar ein Schützenverein verliert nach 23 Jahren seine Bankverbindung. Das Institut beruft sich dabei ausdrücklich auf „moralische Gesichtspunkte“.

Begründet wird das oft mit den sogenannten ESG-Kriterien. Die Abkürzung steht für „Environmental“ (Umwelt), „Social“ (Soziales) und „Governance“ (Unternehmensführung). Die Kriterien werden maßgeblich von der EU formuliert und bewerten die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Für Investoren, aber auch Banken und Versicherungen nutzen die ESG-Kriterien in ihrer Risiko-Analyse von Geschäftskunden als nicht-finanzielle Indikatoren.

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