Iuliia Mendel, die frühere Mediensprecherin von Wolodymyr Selenskyj, erinnert aktuell die Social-Media-Öffentlichkeit an die Einkaufspolitik der Europäischen Union, die durchaus als irritierend bezeichnet werden könnte: „Die EU importiert die Rekordmenge von 12,18 Millionen Tonnen an russischem Arktis-LNG in den ersten neun Monaten des Jahres 2026, das ist ein Anstieg von 9,5 Prozent im Vergleich zur gleichen Periode des Vorjahres.“ Und die nun Selenskyj-kritische Ukrainerin zitiert dazu Sebastian Rötters, den Sanktionskampagnenleiter bei der deutschen Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Urgewald: „Das sind im Durchschnitt mehr als 44.000 Tonnen pro Tag. Selbst nach der Sommerflaute hat Europa mehr importiert als in der gleichen Periode des Vorjahres.“
Die Zahlungen der EU-Nationen an Russland für LNG-Importe in den ersten neun Monaten: 7,88 Milliarden Euro. Seit 2022 waren es 45 Milliarden Euro für russisches LNG, und von der Zeit ab der Invasion Russlands im Februar 2022 bis zum Herbst 2026 zahlte die Europäische Union mehr als 238 Milliarden Euro an Russland für fossile Brennstoffe und Flüssiggas.
Allein im vergangenen September landeten noch 792.440 Tonnen Yamal-Flüssiggas im Wert von schätzungsweise 818 Millionen Euro in europäischen Häfen, davon fast drei Viertel nach Frankreich (in den Häfen Dunkirk und Montoir). Weitere Mengen nahmen die Niederlande und Portugal ab. Hauptabnehmer europäischer Yamal-Mengen sind seit Jahren Frankreich, Belgien (über Zeebrugge), Spanien und die Niederlande. Frankreichs TotalEnergies hält einen Anteil am Yamal-Projekt und hat auch langfristige Abnahmeverträge. Es ist dabei anzunehmen, dass große Gas-Mengen auch weiterverkauft werden – vermutlich auch nach Deutschland.
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