Besonders bissig wird Söder bei den Vorgängen in Sachsen-Anhalt, wo momentan der politische Zündstoff der CDU knistert. Die Wahl eines AfD-Landtagspräsidenten hat eine unangenehme Frage aufgeworfen: Wer aus der CDU gab ihm seine Stimme? Weil die Wahl geheim war, bleibt die Antwort offen. Doch vier Stimmen mehr als erwartet geben Anlass zu parteiinternen Verdächtigungen. Söder fordert Klarheit von seinen Kollegen: „Wollt ihr woanders hin? Dann sagt’s auch.“ Anonyme Unterstützer nennt er „schäbig“ und verlangt: Sie sollten „das Rückgrat haben, das auch öffentlich zu machen“ und sich „auch gleich in die politische Richtung bewegen“. Denn „wer die AfD wählt, der hat bei uns jetzt nicht so die Zukunft.“
Christoph Werner (Chef der dm-Drogeriemärkte) und Julia Löhr (FAZ) dürfen zwischendurch etwas zum Standort Deutschland und zur Bürokratie sagen, doch der Fokus bleibt auf dem CSU-Chef. Den Gipfel seiner Provinz-Poesie liefert er zum BMW-Dienstwagen-Streit um den AfD-Landtagspräsidenten: „Der AfD kann’s ja wurscht sein. Die fahren eh wahrscheinlich lieber Lada aus Russland.“
Um die Brandmauer verbal zu zementieren, ist Söder jedes Mittel recht. Und keine Behauptung zu blöd. In Bayern sei die AfD besonders „brutal rechts außen“. In Landtagssitzungen passierten „zum Teil echt gruselige Dinge“, erzählt er sichtlich angewidert. Zum Beispiel gebe es in der AfD Leute, die tatsächlich an eine flache Erde glaubten. Außerdem würde sich die Partei Moskau „andienen“ und auch noch Behinderte ausgrenzen: „Es ist nicht normal, Menschen mit Behinderung als nicht normal einzuschätzen.“ Söder feuert aus allen Rohren. Volle bayerische Verblödungs-Breitseite, und niemand widerspricht.
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