Kurz vor Ende der DDR machte ein Lied der Gruppe „Pankow“ in Ost und West Furore, das den Überdruss an dem ganzen Land, dem Stillstand und der greisen Führung auf den Punkt brachte.
Dasselbe Land zu lange geseh’nDieselbe Sprache zu lange gehörtZu lange gewartet, zu lange gehofftZu lange die alten Männer verehrtIch bin rumgeranntZu viel rumgeranntZu viel rumgeranntIst doch nichts passiert
Was André Herzberg damals in „Langeweile“ zu einem treibenden Beat und munter marschierendem Banjo sang, kam mir dieser Tage wieder in den Sinn, als die Handelsblatt-Kollegin Annett Meiritz auf Instagram von ihren Erlebnissen im Sachsen-Anhalt-Wahlkampf berichtete. In der Einkaufsstraße habe es ein Volksfest gegeben, das ganz gezielt auch als Gegenpol zur AfD gedacht war. Es gab Seifenkistenrennen, ukrainische Küche, SPD, Linke und CDU waren vor Ort, Kampfsport-Ausprobieren … „Hat nur niemanden interessiert, weil fast keiner da war“, stellt Meiritz fest. Bei AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund waren zur gleichen Zeit „Tausende“, die um 15 Uhr schon in langen Schlangen für Autogramme anstanden, und um 18:30 Uhr war noch immer kein Ende in Sicht.
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„Erkenntnis des Tages“, sagt Meiritz: „Die anderen Parteien machen durchaus ein Angebot. Es will nur keiner mehr wissen.“
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