Die Ostdeutschen sind wirtschaftlich nicht abgehängt

vor etwa 2 Stunden

Die Ostdeutschen sind wirtschaftlich nicht abgehängt
Bildquelle: NiUS

Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Fall der Mauer fühlen sich viele Menschen in Ostdeutschland noch immer als Bürger zweiter Klasse. Das konstatiert die Neue Zürcher Zeitung. Die Ostdeutschen wähnten sich unverstanden, unterrepräsentiert und wirtschaftlich abgehängt. Viele klagen, sie würden schlecht verdienen. Nicht nur im Vergleich zu Westdeutschland, sondern auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Stimmt dieses Empfinden?

Neue Berechnungen der NZZ zeigen: Blickt man über die Grenzen und vergleicht die Einkommen der Ostdeutschen mit jenen der Bürger in anderen Ländern der Europäischen Union, so stellt man fest, dass die Kaufkraft der Ostdeutschen nicht niedriger, sondern zumeist höher ist. Die entscheidende Größe für den Vergleich ist das um Kaufkraftunterschiede zwischen den einzelnen EU-Ländern bereinigte Primäreinkommen je Einwohner. Es besteht aus den Löhnen und Gehältern der Arbeitnehmer, den Einkommen der Selbstständigen und Vermögenserträgen (Zinsen, Dividenden, Mieten).

Ergebnis der Berechnungen: Die kaufkraftbereinigten Einkommen der Ostdeutschen sind nicht nur höher als die Einkommen in den ärmeren Regionen im Süden der EU. Ihre Kaufkraft übertrifft auch die der Bürger in reichen Ländern wie Frankreich, Schweden und Dänemark. Gegenüber Polen und Tschechen verfügen die Ostdeutschen je nach Landstrich über 25 bis 40 Prozent höhere Einkommen. Gegenüber den Regionen im Osten Ungarns beträgt ihr Vorsprung beim Einkommen sogar bis zu 50 Prozent.

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