Es beginnt, wie Skandale häufig beginnen, mit einer harmlosen Formulierung. Von kaufmännischen Ungereimtheiten im Jemen war im Frühjahr 2023 bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) die Rede.
Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist seit 2022 der SPD-Politiker Thorsten Schäfer-Gümbel. Zuvor war er seit Oktober 2019 Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektor der GIZ. Die Karriere von Schäfer-Gümbel ist eine typische Polit-Karriere: wissenschaftlicher Mitarbeiter, Berater der SPD und Tätigkeit bei der Stadt Gießen. Ein Leben fern der Wirklichkeit.
Tatsächlich ging es aber anscheinend nach Angaben der eigenen Führung bei den kaufmännischen Ungereimtheiten im Jemen um etwas völlig anderes, das mit dem deutlich unschöneren Wort „Betrug“ beschrieben werden könnte. Später soll intern sogar von systematischem und bandenmäßigem Betrug die Rede gewesen sein.
In Spanien bezeichnete der Antikorruptionsstaatsanwalt in seinem Schlusswort im Prozess gegen den früheren Minister, der wegen Unregelmäßigkeiten bei der Maskenbeschaffung vor Gericht stand, die Praktiken von Politikern und ihren Parteien, die sich den Staat zur Beute gemacht hätten und über Eigentum des Staates so verfügten, als wäre es ihr eigenes, als „parasitäre Korruption“, die den Staat von innen zerfrisst.
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