Mauerflüchtlinge misshandeln und „vernichten“: DDR-Zeitzeuge belastet Sven Hüber schwer

vor 9 Tagen

Mauerflüchtlinge misshandeln und „vernichten“: DDR-Zeitzeuge belastet Sven Hüber schwer
Bildquelle: Apollo News

Kurz vor seiner Pensionierung hat sich der Erste Polizeihauptkommissar Sven Hüber noch einmal in die Schlagzeilen gebracht. Der langjährige Personalratsvorsitzende der Bundespolizei, Vizechef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) und Vertraute von Ex-Innenministerin Nancy Faeser warnte in einem kämpferischen Artikel vor einer „AfD-Machtergreifung“ und rief Polizisten dazu auf, im Ernstfall Widerstand gegen den Dienstherrn zu leisten. Das stieß selbst in den eigenen Reihen auf Befremden und lenkte den Blick auf Hübers Biografie.

Denn die Karriere des politisch engagierten Beamten begann in der DDR – als SED-Politoffizier der Grenztruppen in Ostberlin. Mit etlichen Gerichtsprozessen hat Hüber immer wieder versucht, Journalisten und Historiker zum Schweigen zu bringen, die sich mit seinem „ersten Leben“ kritisch beschäftigten. Eine exklusive Recherche von Apollo News zeigt nun, was Sven Hüber möglicherweise über Jahrzehnte zu verbergen versucht hat. Akten des Ministeriums für Staatssicherheit und der schonungslose, umfassende Bericht eines Zeitzeugen offenbaren: Sven Hüber war daran beteiligt, den Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze durchzusetzen. Er sollte als Politoffizier dafür sorgen, dass die Grenzsoldaten ohne Zögern auf eigene Landsleute schossen, die aus der sozialistischen Diktatur in den Westen fliehen wollten.

Hüber selbst bestreitet dies. Auf eine Anfrage von Apollo News ließ er seinen Anwalt mit einem sechsseitigen Schreiben antworten, in dem dieser alle Vorwürfe zurückweist. Doch merkwürdigerweise untersagt der Anwalt, aus diesem Schreiben zu zitieren oder „es in anderer Weise publizistisch zu nutzen“.

Axel Krause war einer der Grenzsoldaten, die von Hüber als Politoffizier indoktriniert werden sollten. Krause stammt aus Rostock, hat sich nach der Wiedervereinigung als Steuerberater in Westberlin selbstständig gemacht und bricht gegenüber Apollo News sein jahrzehntelanges Schweigen. „Denn ich möchte solche Zustände nie wieder haben“, sagt er. Als Wehrdienstleistender kam Krause im Sommer 1987 in die dritte Grenzkompanie des Grenzregiments 33 in Berlin-Treptow. Kurz darauf wurde Sven Hüber, der frisch von der Offiziershochschule „Rosa Luxemburg“ kam, dort als stellvertretender Kompaniechef und Politoffizier eingesetzt.

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