Ein Kind ohne Mutter? Das ist der Traum so manchen schwulen Paares, das unabhängig von der Biologie ein „vollwertiges“ Familienleben führen möchte. Das eigene Lebensglück in einem Kind finden zu wollen, ist ein verständlicher, ein allgemein menschlicher Impuls.
Wer dieses Glück allerdings als Recht betrachtet, das man sich mit allen Mitteln verschaffen darf, steht vor dem Widerspruch, dass er dazu bereit sein muss, die Rechte des Kindes, das zu lieben er vorgibt, mit Füßen zu treten – ebenso wie die Würde der Frau, auf die Mann, bei aller Abneigung gegen das weibliche Geschlecht, dann doch zurückgreifen muss.
Dieser Widerspruch entlarvt jene, die Leihmutterschaft in Anspruch nehmen. Auch, wenn es schmerzhaft ist: Ein Kind zu kaufen, ist kein Ausdruck von Liebe. Eine Frau auf ihren Uterus zu reduzieren, einer anderen eine Hormontherapie abzuverlangen, um an ihre Eizellen zu kommen, dem Kind die eigene Identität zu rauben – all das ist, so sehr man es sich einreden möchte, nur Ausdruck von einer Form der Liebe, nämlich der Liebe zu sich selbst.
Die medizinischen Risiken für die beteiligten Frauen, von denen keine am Ende als Mutter gelten wird; die Missachtung des pränatalen Bandes zwischen Mutter und Kind, der Wille, dieses noch vor seiner Zeugung zu entwurzeln: All das gehört zum Komplex der Leihmutterschaft dazu. Ebenso die Unterstützung einer weltweiten Industrie, die Menschenhandel mit dem werbewirksamen Etikett der Liebe und Fürsorge versieht, während dahinter menschliches Elend und Zwang stehen, und das Machtgefälle zwischen reichen Kunden und den „Dienstleisterinnen“, die ihren Körper, ihre Fruchtbarkeit und potenziell ihre Gesundheit veräußern.
Die Sonderbeauftragte der UN für Gewalt gegen Frauen, Reem Alsalem, betrachtet Leihmutterschaft als Ausbeutung und Gewalt und macht die Parallelen zur Prostitution deutlich.
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