Die Großen Ferien – acht Wochen, ab dem 10. Juli – sind für unsere Parlamentarier schon in Sichtweite, da wollte man keine großen Themen mehr anpacken. Die wichtigste Erklärung wurde aber noch abgegeben: Der Bundestag stellte sich mit großer Mehrheit hinter Bärbel Bas und ihre Behauptung: „Niemand wandert in unsere Sozialsysteme ein.“ Die 2,7 Millionen Asylbewerber sind wohl hauptsächlich wegen des Wetters und „unserer Demokratie“ gekommen.
♦ Auch die politische Presse hat nicht viel zu erzählen in der Vorurlaubszeit, so dass Phantasie gefragt ist. Der Spiegel ist dabei ganz vorne und berichtet von großem Grummeln in der Partei der Arbeitsverweigerung, SPD, weil selbst die freundlichsten Demoskopen nur Katastrophenmeldungen für das amtierende Chefpärchen parat haben. Könnte der finale Absturz durch einen Personalwechsel verhindert werden? Theoretisch ja, aber praktisch haben sie keinen Ersatz im Willy-Brandt-Haus. Manu, Ralle, Alexander, Anke, Hubsi – wer kennt noch die Klarnamen der in Frage kommenden Kandidaten? Ausgerechnet Boris Pistorius, der Avatar der SPD, hat keine Lust auf den Job. Da bliebe noch Thorsten Schäfer-Gümbel, unser alter Liebling, der derzeit bei einer Bundesbehörde namens GIZ „ganze Arbeit“ leistet. Oder die Sozis müssten einen Fachkraft-Genossen importieren. Aus Kuba vielleicht.
♦ Vorsicht, Erfurter! An 60.000 Haustüren klingeln derzeit obskure Gestalten, die Sie gegen den geplanten AfD-Bundesparteitag in Erfurt mobilisieren wollen. Wie? Ja, stimmt. Früher machten das die Abschnittsbevollmächtigten, heute „Aktivisten“.
♦ Soll „Demokratie leben“? Gerne, aber nicht in Erfurt! Parteien schreien, ihre Schläger rüsten, Gewerkschaften organisieren kostenlose Busreisen, Kirchen bieten ihre Gotteshäuser als Trainingszentren für die feinen Demokraten, „Omas gegen Rechts“ üben schmutzige Lieder. Natürlich ist der Thüringer Innenminister, SPD, vor Ort, obwohl der Meier genau weiß, dass „das Bestreben, den Parteitag zu verhindern, nur der AfD nützt“. Aber seit wann hätte Logik je das Handeln eines Spezialdemokraten beeinflusst? Nach der Stichwahl in Aue-Bad Schlema (Sachsen) kann man sich des Eindrucks nicht erwehren: Für unsere „demokratischen Parteien“ (Selbstbezichtigung) heißt die letzte Rettung „Briefwahl“.
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