Seit einem Jahr kommt die Weimer Media Group aus den Schlagzeilen kaum noch heraus. Beim zu ihr gehörenden Portal „The European“ wurden Politiker, Wirtschaftsvertreter, Schauspieler als Autoren geführt, die eine entsprechende Zusammenarbeit bestritten. Im Anschluss wurden massenweise Seiten und Profile gelöscht. Auch die durch die Weimersche Hochstaplergruppe kolportierte Anzahl von mal über 2.000, mal über 3.000 Autoren wurde stufenweise eingedampft. Beim Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee warb die Unternehmensgruppe ganz konkret mit dem „Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger“ gegen hochpreisige „Montblanc“- etc. Pakete. Mit der Nähe zu CDU-/CSU-Politikern wie Katherina Reiche, Bundeskanzler und Merz-Amigo Merz, Julia Klöckner, Markus Söder, Boris Rhein, Ilse Aigner etc. wurde offensiv geworben. Ein absolut unappetitliches und hochanstößiges politprivates Nutzenmodell, bei dem sehr viel Staatsgeld in die Kassen der Weimers wechselte.
Später wurden interne Abstimmungen zwischen der Firma und dem Büro des inzwischen zum Kulturstaatsminister aufgestiegenen Wolfram Weimer bekannt. Von unabhängigen Medien wie Alexander Wallasch, Tichys Einblick und Apollo News über Spiegel, Zeit, SZ, ZDF und und und – alle förderten immer neue Ungereimtheiten und Unsauberkeiten der Weimerschen Hochstaplertruppe zutage. Die „Süddeutsche Zeitung“ nahm unter der Überschrift „Die potemkinsche Mediengruppe“ den Faden auf, den Jahre zuvor Kress schon nach der Substanz der Weimerschein Medienprojekte aufgeworfen hatte: die tatsächliche publizistische Substanz des gesamten Hauses.
Nun steht mit dem „Frankfurt Finance & Future Summit“ am 21. und 22. Oktober die nächste Weimer-Veranstaltung an. Ende September präsentierte die Unternehmensgruppe auf der Veranstaltungsseite abermals eine stattliche Wand mit Logos bekannter Unternehmen und Institutionen, damals noch unmissverständlich unter „Partner 2026“. Da bereits zuvor öffentlich behauptete Partnerschaften von den angeblichen Partnern bestritten worden waren (u.a. Frankfurter Allgemeine Zeitung), fragte TE nach, welche Beziehungen hinter dieser demonstrativ ausgestellten Nähe tatsächlich bestehen.
Schon die ersten Antworten waren wieder einmal erstaunlich. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erklärte ausdrücklich, dass man hier keine Partnerschaft vereinbart habe. Zugesagt war ein Auftritt ihres Geschäftsführers Thorsten Alsleben. Nach den Fragen von TE wurde die Weimersche Partnerwand dann zur Wand für „Partner & Speakerunternehmen“ umgebaut.
Inzwischen ist das INSM-Logo vollständig verschwunden. Indeed, PwC und weitere Unternehmen haben einer Präsentation ihres Logos als Partner ebenfalls nicht zugestimmt, entsenden jedoch Redner und konnten so erstmal unter der weiter gefassten Bezeichnung als Speakerunternehmen auftauchen. Mittlerweile wurde aber auch das PwC-Logo entfernt.
Bei der KfW hingegen gibt es keine solche Ausflucht. Die Förderbank des Bundes und der Länder ist tatsächlich Partner. Sie hat der Verwendung ihres Logos ausdrücklich zugestimmt und überweist dafür 12.000 Euro netto an die Weimer Media Group.
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