Der französisch-britische Völkerrechtler und Autor Philippe Sands hat am Sonntag den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihm zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche verliehen. In seiner Dankesrede griff der 65-Jährige die deutsche Israelpolitik scharf an und warf der Bundesregierung vor, angesichts des Gaza-Kriegs weiterhin zu schweigen. Auch seine Vita zeugt von harter Israel-Kritik.
„Zu Israel, zum Gazastreifen und zum Westjordanland ist das deutsche Schweigen bis heute laut“, erklärte Sands in seiner Dankesrede. Zwar würden einige deutsche Politiker inzwischen schärfere Kritik an Israel üben, doch geschehe dies weiterhin „sehr zögerlich und verhalten“. Die Kritik sei weder antisemitisch noch „Anti-Israel“, sondern „die Wahrheit“.
Sands’ Kritik an Israel ist nicht neu. Bereits 2024 vertrat er Palästina vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. In dem Verfahren ging es um die Rechtmäßigkeit der israelischen Besatzung palästinensischer Gebiete. Sands verlangte damals, die internationale Gemeinschaft müsse jede Unterstützung der Besatzung einstellen: „Keine Hilfe. Keine Unterstützung. Keine Komplizenschaft.“ Seine Forderung fasste er mit den Worten zusammen: „Kein Geld, keine Waffen, kein Handel. Gar nichts.“
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