Es ist ein gravierendes Sicherheitsrisiko für die Stromversorgung Deutschlands: Ein deutscher Sicherheitsforscher hat sich im August Zugang zur Cloud des chinesischen Wechselrichterherstellers Sungrow verschafft und hätte von dort Hunderttausende Solaranlagen abschalten können. Würde ein Hacker das Gleiche tun, könnte er so möglicherweise einen großflächigen Blackout auslösen. Das berichtet die Zeit.
Marlon Starkloff, Geschäftsführer der Kasseler Firma Jakkaru, legte auf der Plattform iSolarCloud ein Konto an und stieß auf einen Administrationszugang ohne Passwort. Darüber waren rund 470.000 Anlagen erreichbar, davon etwa 250.000 in Deutschland mit zusammen 7,8 Gigawatt Spitzenleistung. Sichtbar waren auch Adressen. Wechselrichter und Speicher ließen sich starten und stoppen, Firmware hätte sich aufspielen lassen. Ein Europa-Panel zeigte Ende August eine Echtzeitleistung von rund 17,6 Gigawatt. Starkloff sagte der Hessenschau: „Man hätte sehr vieles machen können.“
Sungrow schloss die Lücke nach der Meldung innerhalb eines Tages und teilte der Zeit mit, intern sei keine Ausnutzung durch andere festgestellt worden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik stuft den Fall nach Angaben der Zeit als kritisch ein. Sungrow zählt zu den global größten Wechselrichterherstellern neben Huawei.
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