Jedes Alter hatte seine Ängste. Im ersten Schuljahr hatte ich Angst vor der Mathestunde; ich konnte als einziger der Klasse die Holzstäbchen, mit denen wir rechneten, am Ende nicht mit einem Gummi wieder stramm zusammenbinden. Ich kann mich heute noch daran erinnern, wie schlecht ich in der Nacht vor der Mathestunde geschlafen hatte, obwohl meine Mutter mit mir das „Gummibinden“ geübt hatte. Aber vor lauter Angst war ich so nervös, dass es mir nicht immer gelingen wollte.
Als Jugendlicher hatte ich Angst, dass meine Körperlänge nach einem Wachstumsschub zu sehr von der Norm abweicht. Als junger Erwachsener hatte ich Angst, keine passende Partnerin zu finden.
Dann gab es wiederum Bereiche, wo ich erstaunlich wenig Angst hatte: Im Alter von 15 Jahren bin ich mit meinem Freund per Fahrrad vom Niederrhein bis nach Italien gefahren. Im jugendlichen Leichtsinn haben wir in der Nähe von Bern/Schweiz einfach mal völlig angstfrei eine Abkürzung über die Autobahn mit dem Fahrrad genommen. Auch meine Eltern schienen bei dieser kleinen Radtour einer ihrer Söhne keine Angst gehabt zu haben. Heute würde ich wohl manche Ängste in meinem Leben ganz anders einschätzen.
SACHSEN-ANHALT: AFD vor Triumph! CDU vor Desaster! Deutschland blickt auf Landtagswahl I WELT STREAM













