Erinnern Sie sich noch an Zeiten, in denen knutschende Pärchen auf Parkbänken und an Bushaltestellen für Kopfschütteln oder Schmunzeln sorgten? Wurde wild gezüngelt, fiel auch mal der Spruch: „Nehmt Euch ein Zimmer!“ Dennoch gehörte das jeweilige Pärchen, meist eine Frau und ein Mann, irgendwie zum Straßenbild. Küssen war Kult. Und wer als Teenie keinen Knutschfleck am Hals vorzuweisen hatte, machte sich kurzerhand einen mit dem Staubsauger. Auf Partys gab es das beliebte Spiel, Hochprozentiges von Mund zu Mund zu spülen (in der Rückschau ziemlich eklig). Manche knutschten gar so leidenschaftlich, dass sie beim Gegenüber locker die Zahndiagnose hätten übernehmen können („C6 hat Karies“). Alles war möglich. Nur ungeküsst sein, das wollte niemand.
In jedem Kinder-Wimmelbuch war ein Paar in inniger Umarmung zu sehen, „Kuss vor dem Rathaus“, eine weltberühmte Schwarzweiß-Fotografie von Robert Doisneau, hing in jeder Studi-WG, Bildungsbürger schauten sich Gustav Klimts „Kuss“ an. Geknutscht wurde überall, ob in der Kunst oder im Kinosaal.
Küssen war (und ist) sinnfreier Spaß, gesund noch dazu: Es senkt den Blutdruck, stärkt das Immunsystem, schützt das Herz und reduziert Stress.
Jedes Jahr am 6. Juli wird der Internationale Tag des Kusses begangen. Aber zu feiern gibt’s bald nichts mehr. Denn abseits von Oktoberfest und Karneval wird kaum noch geknutscht, und das heißt nichts Gutes für unsere Gesellschaft. Mit Krieg und Klimapanik haben alle leben gelernt – aber eine Kusskrise, die ist ernst!
SACHSEN-ANHALT: AFD vor Triumph! CDU vor Desaster! Deutschland blickt auf Landtagswahl I WELT STREAM













