Woran erkennt man schwache Führungspersönlichkeiten? Sie umgeben sich mit Ja-Sagern. Sie schaffen Abhängigkeiten und damit einen Safe Space, einen Raum wohltuend-watteweicher Bestätigung, denn Kritik – und das werden der Bundeskanzler und sein Finanzminister hinter vorgehaltener Hand jederzeit bestätigen – schmerzt nicht zuletzt den substanzlosen Emporkömmling in der Politik.
Blicken wir auf die politische Beratung auf höchster Ebene der Regierungsgeschäfte. Dort ist eine gefährliche Echokammer entstanden, die zur Kritik an der Bundesregierung und ihrer Wirtschaftspolitik nicht mehr in der Lage ist. Was sich im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung unter dem Vorsitz von Monika Schnitzer inzwischen kommunikativ und inhaltlich verfestigt hat, spricht jeder akademischen Arbeit der Ökonomie Hohn.
Die fünf berufenen Ökonomen hätten die Aufgabe, der Bundesregierung den Spiegel vorzuhalten, auf wirtschaftspolitische Probleme, ökonomische Missstände, ja auch auf die katastrophale Fiskalpolitik Berlins hinzuweisen und Alternativen anzubieten. Stattdessen leisten sie einer Politik akademischen Flankenschutz, die das Land in eine Schuldenspirale getrieben hat. Die Ökonomen üben keine Kritik an der wachsenden Staatswirtschaft, am Subventionswahnsinn, der etwa sieben Prozent des BIP, also 321 Milliarden Euro an direkten und indirekten Subventionen zugunsten der Günstlingsökonomie verbrennt, wie der Ökonomenkollege Lars Feld vorrechnete. Auch die steigenden Abgaben, die zur Finanzierung einer Staatsquote von inzwischen über 52,5 Prozent notwendig sind, werden genauso wenig kritisiert wie der überbordende Wohlfahrtsstaat, der ein Drittel der deutschen Wirtschaftsleistung absorbiert.
Für Professor Achim Truger, Mitglied der fünf Wirtschaftsweisen, ist selbst dieser Aderlass der deutschen Steuerzahler beileibe noch nicht genug.
RÜCKTRITT VON BÄRBEL BAS: SPD-Chef irritiert! Klingbeil warnt vor "Playbook der Rechten" | WELT LIVE











