An der Börse spricht man vom dummen deutschen Kapital, wenn internationale Kommentatoren das passive Anlegerverhalten der Deutschen bewerten: Sparbuch statt Aktie – Inflationsverlust statt potenziellem Kaufkraftgewinn. Geht es um die Subventionsmilliarden des europäischen Klima-Business, sind die Deutschen wesentlich offensiver, da der Steuerzahler den beteiligten Unternehmen per Gesetzesdekret eine risikolose, saftige Rendite garantiert. Dies gilt auch für das neueste Geschäftsmodell der Klimaextraktionswirtschaft: die Abscheidung und Einlagerung von CO2 im Meeresboden.
Den deutschen Auftakt bei der Meeresbodeneinlagerung macht die Essener Firma Open Grid Europe. Gemeinsam mit europäischen Partnern plant sie den sogenannten Delta Rhine Corridor, eine rund 200 Kilometer lange CO2-Pipeline, die die nordrhein-westfälischen Industriecluster mit Speichern in der niederländischen Nordsee verbinden soll. Die Inbetriebnahme dieses grenzüberschreitenden Systems, ein echtes Meisterwerk der EU-Kooperation mit Steuersubventionen, ist für 2033 vorgesehen. Subventionsbusiness ist allemal simpler als komplexe Industrieproduktion für einen hochkompetitiven Weltmarkt.
Parallel dazu fördert der Bund die CO2-Abscheidung und klimafreundliche Produktionsverfahren, wie es offiziell heißt: Für die erste Förderrunde 2026 stehen bis zu fünf Milliarden Euro an CO2-Differenzverträgen bereit, wobei CCS (Carbon Capture and Storage, also CO2-Abscheidung und -Speicherung) und CCU (Carbon Capture and Utilization, also CO2-Abscheidung und -Nutzung) erstmals förderfähig sind.
DEUTSCHLAND: „Es geht um viel!“ Schweitzer übernimmt eines der schwierigsten Ressorts | WELT STREAM











