Ob an der Zapfsäule, bei der Strom- und Gasrechnung, durch steigende Sozialbeiträge oder höhere Steuern: Private Haushalte und Unternehmen in Deutschland werden seit Jahren auf vielfältige Weise mit wachsenden finanziellen Belastungen konfrontiert. Mit der Anhebung des Briefportos steht nun die nächste Verteuerung ins Haus.
Nach einem am 12. Oktober veröffentlichten Entwurf der Bundesnetzagentur darf die Deutsche Post das Porto für Briefe zum 1. Januar 2027 um durchschnittlich 20,35 Prozent anheben. Es wäre die stärkste Portoerhöhung aller Zeiten. Zum Vergleich: 2025 lag der Spielraum bei 10,48 Prozent, 2022 bei 4,6 Prozent.
Legt die Post die Erhöhung gleichmäßig um, kostet der Standardbrief statt 95 Cent künftig 1,14 Euro. Denkbar ist aber auch die Umsetzung in glatten Preisschritten, etwa durch Erhöhungen auf 1,10 Euro oder 1,15 Euro. Betroffen sind sowohl Briefe von Privatkunden als auch die Geschäftspost von Firmen und Behörden. Ein Büro, das monatlich 100 Standardbriefe verschickt, würde damit rund 19 Euro mehr zahlen – knapp 230 Euro im Jahr. Die Bundesnetzagentur hat in ihrem Entwurf auch für Pakete einen zweistelligen Erhöhungsspielraum vorgesehen. Demnach dürfen Privatkundenpakete zum Jahreswechsel um 10,72 Prozent teurer werden.
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