VW in der Mega-Krise: Jetzt sollen „alle mitziehen“

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VW in der Mega-Krise: Jetzt sollen „alle mitziehen“
Bildquelle: Tichys Einblick

Wolfsburg steht vor einer Woche der bitteren Wahrheiten. An neun deutschen VW-Standorten finden außerordentliche Betriebsversammlungen statt. Konzernchef Oliver Blume wird persönlich in Wolfsburg, Zwickau und Emden auftreten. Schon vorher hat er die Botschaft ausgegeben, die dort bei vielen Beschäftigten kaum als Beruhigung ankommen dürfte: Jetzt müssen „alle mitziehen.“

Volkswagen habe den „größten Transformationsplan in der Geschichte des Volkswagen-Konzerns“ aufgesetzt, tönt Blume. Die kommenden Jahre entschieden darüber, „wer im Rennen bleibt“. Die weltweite Automobilindustrie stecke in einer „Mega-Krise“, Volkswagen mittendrin. Handelsbarrieren und Regulatorik nennt Blume als Ursachen des enormen Drucks. Dazu komme der Wettbewerb aus China. Jetzt geht es um Renditen, Überkapazitäten und Arbeitsplätze. Blume nennt die Lage inzwischen „mehr als kritisch“. Die operative Konzernrendite von 3,8 Prozent reiche auf Dauer nicht aus, um neue Produkte und die Standorte zu finanzieren. Seit zehn Quartalen verdiene Volkswagen weniger als im jeweiligen Vorjahresquartal.

Volkswagen wurde von der politisch erzwungenen Transformation des Automarktes schließlich nicht im Schlaf überrascht. Der Konzern machte sich zu einem der begeistertsten Vollstrecker. Noch vor wenigen Jahren sollten allein bis 2024 rund 33 Milliarden Euro in Elektromobilität fließen. Volkswagen erklärte damals ausdrücklich, Weltmarktführer beim Elektroauto werden zu wollen. Das Wort „Regulatorik“, das Blume heute als Krisenfaktor bemüht, gehört zur selben politischen Transformation, auf deren Vorgaben Volkswagen seine Milliardenprogramme hin ausrichtete. Der Konzern investierte eine Milliarde Euro in den Umbau des Werks Emden zum Elektrostandort. In Chattanooga flossen weitere 800 Millionen Dollar in die Elektrifizierung der Fabrik. Dort sollte der ID.4 ab 2022 in großen Stückzahlen die neue VW-Zukunft in Amerika verkörpern.

Im April 2026 wurde seine Produktion in Chattanooga dann wieder eingestellt. Volkswagen hatte einst mit 7.000 ID.4 pro Monat gerechnet. Die Kehrtwende kostete weitere 500 Millionen Euro durch Wertberichtigungen und Rückstellungen. Die Fabrik konzentriert sich wieder – oh Wunder – auf die großen Verbrenner Atlas und Atlas Cross Sport.

Die Halbjahresbilanz zeigt, warum Blume inzwischen von einer existenziellen Wegmarke spricht. Volkswagen setzte in den ersten sechs Monaten 158,1 Milliarden Euro um. Das operative Ergebnis sackte um 11,6 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro ab. Die operative Marge fiel auf 3,8 Prozent.

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