Wenn spätere Generationen von Historikern die Frage untersuchen, was die blühende Zivilisation des Abendlandes hat untergehen lassen, dann wird eine zentrale Antwort lauten: die Justiz.
In der Nähe der australischen Hauptstadt Canberra vergewaltigt nach einer Party im August 2025 ein damals 16-Jähriger eine 18-jährige Frau. Der Täter stammt aus Bhutan und war sechs Monate zuvor nach Australien gekommen. Eben gerade ist der Prozess zu Ende gegangen, und jetzt kocht im Land der Koalas und Kängurus die Volksseele.
Denn der Richter, Andrew Muller heißt er, hat ein unfassbar mildes Urteil gesprochen: Der Mann, der das Leben einer jungen Frau zerstörte, muss nicht ins Gefängnis. Das Urteil lautet: 18 Monate auf Bewährung.
Noch unfassbarer ist die Urteilsbegründung.
Richter Muller geht kurz darauf ein, dass der Täter jung war und ein Geständnis ablegte und dass zwei Gutachterinnen eine günstige Sozialprognose stellten. Man kennt das. Was man bisher nicht kannte: Der Richter wertete auch „die fehlende sexuelle Erfahrung“ des Täters als strafmindernd. Im Umkehrschluss heißt das, dass sexuell erfahrene Männer härter bestraft werden. Da gehen beim Beobachter die Augenbrauen bis zum Haaransatz nach oben.
Der Hammer aber kommt zum Schluss: Vor allem begründet der Richter sein mildes Urteil mit der „begrenzten Einsicht in die gesellschaftlichen Normen in Australien“.
Seit wann ist Unkenntnis der Gesellschaft eine Entschuldigung für Vergewaltigung?
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