Es ist wieder einmal soweit. In Bonn wird das große Klimarad gedreht. Seit dem 8. Juni treffen sich im ehemaligen Regierungsviertel am Rhein mehr als 6.500 Teilnehmer aus 186 Ländern zu den sogenannten June Climate Meetings der UNFCCC (SB64). Bis zum 18. Juni soll das Treffen dauern. Offiziell ist das Ganze kein pompöser Weltgipfel mit Staatschefs, sondern das „zentrale Arbeitsforum“, um die kommende große Klimakonferenz – die COP31 im türkischen Antalya – vorzubereiten.
Bürokraten, Lobbyisten, NGO-Aktivisten und Wissenschaftler flogen aus aller Welt CO2-produzierend heran und feilen jetzt an Texten, Mandaten und Streitfragen – vor allem an der entscheidenden: Wie kommen wir an das Geld? Immerhin stehen 1,3 Billionen Dollar bis 2035 im Raum, um den Entwicklungsländern die vermeintliche Transformation ins große Klimaglück zu finanzieren. Pro Jahr.
Bestehende Verpflichtungen werden nicht neu verhandelt, heißt es, es muss geliefert werden. Oder auf gut Deutsch: Kohle her! Denn das eigentliche Herzstück der Verhandlungen in Bonn ist das Geld. Die sogenannte „Baku-to-Belém-Roadmap“ peilt diese astronomische Summe von mindestens 1,3 Billionen US-Dollar pro Jahr an. Die Entwicklungsländer fordern dabei feste Zusagen, echte Zuschüsse und die Erfüllung eines Kernziels von jährlich 300 Milliarden Dollar aus öffentlichen Mitteln. In Bonn fallen zwar noch keine endgültigen Entscheidungen über diese Summen, aber es sollen die Grundlagen gelegt werden, auf denen dem westlichen Steuerzahler künftig noch tiefer in die Tasche gegriffen werden soll.
Begleitet wird das Feilschen vom Konzept des „gerechten Übergangs“ (Just Transition). Gewerkschaften, sogenannte „indigene Gruppen“ und abenteuerliche „Klimanetzwerke“ drängen darauf, den Ausstieg aus der fossilen Energie als gigantischen sozialen Umbau mit Beteiligungsrechten und staatlicher Rundum-Versorgung zu gestalten.
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