Bei einer Pressekonferenz im Landtag in Erfurt sagte der 49-jährige Ministerpräsident Mario Voigt (CDU), seine Kraft gehöre den Bürgern des Landes: „Ein Rechtsstreit über mehrere Instanzen kann sich über Jahre hinziehen. Er bindet viel Zeit, viel Aufmerksamkeit.“ Die Entscheidung falle ihm nicht leicht, weil er viel Arbeit in die Dissertation gesteckt habe. Seine Anwälte hätten ihm ja auch geraten, weiterzukämpfen. Er wolle sich aber ohne Abstriche auf das konzentrieren, was vor ihm liege, und er brauche einen freien Kopf, unter anderem für den nächsten Haushalt.
Der September habe einiges verändert, sagte Voigt: Die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt hätten gezeigt, dass die politische Mitte unter massivem Druck stehe. Die neuen Mehrheitsverhältnisse im Thüringer Landtag und die Härte der Auseinandersetzung verlangen vollen Einsatz von ihm. Zuvor hatte er die Fraktionen von CDU, SPD und Thüringen besucht – es ging dabei schon um den Rückzug.
Die Technische Universität Chemnitz hatte Voigt im Januar den Doktorgrad aberkannt. Die Arbeit von 2008 trägt den Titel „Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf: George W. Bush gegen John F. Kerry“. Die Universität wirft ihm unsauberes Arbeiten und zu viele Plagiate vor. Die ersten Vorwürfe kamen kurz vor der Landtagswahl 2024 auf.
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