US-Präsident Donald Trump hasst Niederlagen. Wann immer er kann, versucht er, selbst politische Schlappen irgendwie als Erfolg umzudeuten. Beim Krieg gegen Iran wird ihm das kaum gelingen. Er hat erkannt, dass es für einen Sieg gegen die islamistischen Gotteskrieger so gut wie keine Chance gibt.
Entsprechend zornig und selbst für seine Verhältnisse hoch emotional und hasserfüllt zog Trump am Mittwoch zum Ende des NATO-Gipfels in Ankara über die Machthaber in Teheran her: „Das ist Abschaum … Sie sind kranke Menschen. Sie werden von kranken Menschen angeführt. Und sie sind bösartige, gewalttätige Menschen. Und wenn sie eine Atomwaffe hätten, würden sie sie einsetzen.“ Aber schließlich gestand er indirekt seine eigene Schwäche ein: „Alles, was ich angepackt habe, war erfolgreich, und wenn ich mit solchen Typen zu tun habe, denke ich nur: ‚Die sind von einer anderen Schule.‘ Das sind Lügner, Betrüger, kranke Menschen … Mit denen stimmt was nicht. Die sind doch verrückt!“
Obwohl der 80 Jahre alte Republikaner außenpolitisch schon lange sehr viel nüchterner und pragmatischer agiert als die meisten europäischen Regierungschefs, muss auch Trump nun bittere Lektionen in Sachen Realität in der Welt schlucken. Weder in Iran noch in der Ukraine reichen beste Absichten, gute Argumente oder die politischen und militärischen Druckmittel der Supermacht USA aus, um Frieden, westliche Interessen und Werte durchzusetzen.
Vergleiche mit dem Nationalsozialismus sind meist sehr problematisch, aber im Fall Irans scheinen sie zum Verständnis durchaus hilfreich. Gleich in drei Aspekten versteht man die Ausgangslage in dem schiitischen Gottesstaat am besten, wenn man sie mit der Nazi-Diktatur in Deutschland vergleicht. Adolf Hitler und seiner fanatischen Führungsriege waren die Leiden aller Menschen völlig gleichgültig. Selbst das stets beschworene „deutsche Volk“, in dessen Namen der Nationalsozialist seine Menschheitsverbrechen begang, war Hitler bereit, für seine Wahnideen zu opfern. Anstatt angesichts der militärischen Lage zu kapitulieren, wurde der „totale Krieg“ – und damit der Tod weiterer Millionen Menschen – beschlossen.
Die Ayatollahs in Iran haben schon im Krieg gegen den Irak (1980–1988) sowie bei zahlreichen Aufständen der eigenen Bevölkerung sowie in ihren gefürchteten Foltergefängnissen ihre menschenverachtende, mörderische Gesinnung demonstriert. Erst im Januar wurden Tausende friedlicher Demonstranten in den iranischen Städten erschossen und totgeschlagen, Schätzungen sprechen von mehr als 30.000 Toten.
Das Vorgehen gegen die Feinde der schiitischen Diktatur, die unmenschliche Anwendung der Scharia-Gesetze sowie die aggressiven, weltpolitischen Ambitionen der iranischen Machthaber belegen sowohl den totalitären Charakter des Regimes als auch die Tatsache, dass sie eine Gefahr für die übrige Welt bedeuten. Der Hass auf die Dekadenz westlicher Demokratien verbindet Islamisten mit den Nazis.
Aber auch ein drittes, sehr wesentliches Element legt den Vergleich zwischen der deutschen Nazi-Diktatur und dem islamischen Gottesstaat nahe. Beide Regime hatten die Unterstützung weiter Teile der Bevölkerung, die willig und oft begeistert den wahnhaften Ideologien ihrer Führer folgten.
Besonders anschaulich wurde das diese Woche, als insgesamt Millionen Menschen in Iran an den mehrtägigen Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen iranischen Obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei teilnahmen. Nicht nur der New-York-Times-Reporter Abdi Latif Dahir, der bei dem Staatsbegräbnis und den Massenaufmärschen dabei war, schildert recht glaubwürdig, dass viele Menschen nicht nur auf Druck des Regimes und seiner Schergen dabei waren.
PUTINS KRIEG: Gnadenloser Schlagabtausch mit Moskau ‒ ukrainische Angriffe schmerzen Russen | LIVE










