„Ein Verbot von Importen aus Israel darf kein Tabu mehr sein“, hat der Spiegel als Überschrift über einen Leitartikel von Brüssel-Korrespondent Timo Lehmann gesetzt. Lehmann argumentiert darin so radikal gegen Israel, wie man es nur selten in der deutschen Presselandschaft gesehen hat. Wegen der „völkerrechtswidrigen“ Siedlungen im Westjordanland will er einen staatlichen, EU-weiten Boykott von Waren aus bestimmten Teilen Israels.
Immerhin: Lehmann möchte nicht ganz die Forderungen der sogenannten „BDS“-Bewegung übernehmen, die einen vollständigen Boykott Israels fordert und das Land durch Desinvestition und Sanktionen zerstören will. Stattdessen argumentiert er, wie auch viele andere, für „BDS“-light: Ein Boykott ganz Israels würde ja auch die linke Opposition in Israel und „Palästinenser mit israelischer Staatsbürgerschaft“ – offenbar wendet der Autor hier einen „ethnischen Volksbegriff“ an – bestrafen.
Den Befürwortern eines Importboykotts gegen die israelischen Siedlungsgebiete geht es dabei angeblich um Völkerrecht und Menschenrechte – doch aus irgendeinem Grund pochen sie nur bei Israel auf einen solchen Boykott. Daraufhin kann man nur die Frage stellen: Wann boykottieren wir endlich die Volksrepublik China?
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