Zehntausende marschieren in Madrid gegen Sánchez: Spaniens Linke versinkt im Korruptionssumpf

vor 3 Monaten

Zehntausende marschieren in Madrid gegen Sánchez: Spaniens Linke versinkt im Korruptionssumpf
Bildquelle: Tichys Einblick

In Madrid ist am Samstag sichtbar geworden, was in Europas linken Regierungsmilieus gern als „rechte Kampagne“ abgetan wird, sobald es zu nah an die eigene Macht geht: Zehntausende wütende Spanier zogen durch die Hauptstadt und forderten den Rücktritt von Ministerpräsident Pedro Sánchez. Die Demonstration stand unter dem Namen „Marsch der Würde“, organisiert von der Vereinigung Spanish Civil Society. Auf Bannern wird der Rücktritt der sozialistischen Mafia gefordert. Reuters berichtet von mindestens sieben verletzten Polizisten, drei Festnahmen und einer ansonsten weitgehend friedlichen Demonstration.

Sánchez steht nicht wegen einer einzelnen peinlichen Randgeschichte unter Druck, sondern wegen einer ganzen Kette von Korruptionsaffären im Umfeld seiner politischen Familie. Die Protestierenden trugen spanische Flaggen, forderten den Rücktritt der Regierung und machten damit deutlich, dass es hier nicht mehr um parlamentarisches Geplänkel geht. Es geht um das Vertrauen in einen Machtapparat, der sich moralisch gern über seine Gegner erhebt und nun selbst bis zum Hals im Verdacht politischer Verkommenheit steckt.

Besonders bitter für Sánchez: Auch der frühere sozialistische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero geriet ins Visier der Justiz. Ein spanisches Gericht teilte laut Reuters am Dienstag mit, Zapatero werde wegen des Verdachts untersucht, ein Netzwerk für Einflussnahme und Geldwäsche angeführt zu haben. Zapatero bestreitet Fehlverhalten. Für Sánchez ist das trotzdem ein schwerer Schlag, weil Zapatero nicht irgendein Altsozialist ist, sondern ein wichtiger Verbündeter.

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