So öde ist ein Festival, bei dem sich alle einig sind

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So öde ist ein Festival, bei dem sich alle einig sind
Bildquelle: NiUS

In München läuft aktuell das Superbloom-Festival, zu dem Tausende junger Menschen strömen. Rapper wollen Nazis ans Leder und Stars wie Ikkimel werden für ihren Vulgär-Sprechgesang von Mädchen in ultrakurzen Hotpants begeistert gefeiert – sexuelle Selbstbestimmung wenige Meter neben dem Awareness-Zelt. Es sind verstörende Szenen eines Festivals, bei dem die kalkulierte Provokation nur im eng abgesteckten Meinungstunnel stattfinden darf.

Ein heißer Spätsommertag in München. Auf dem geschichtsträchtigen Olympiagelände läuft das Superbloom-Festival. Rund 50.000 Menschen strömen jeden Tag unter die legendäre Zeltkuppel am See, um Lorde, Nico Santos und Zartmann zu hören und zu sehen. Es gibt Teenager-Tickets, Komfort-Tickets und Tickets für die begehrten Stehplätze vor der Bühne. Die Septembersonne brennt, der Himmel leuchtet in schönstem Bayern-Blau-Weiß. Schon mittags strömen immer mehr extrem knapp bekleidete Mädchen und junge Frauen aufs Gelände. Sie tragen glitzernde Hotpants, hohe Cowboy-Boots und Mini-Oberteile. Schnell werden Verbündete gescannt: Wer Pailletten und einen schwulen Freund am Arm trägt, will später die heiße Schwedin Zara Larsson sehen, wer ein bisschen mehr nach „Mir-doch-egal“ aussieht, will zu Ikkimel. Paare schmusen beim Briten Tom Odell. Junge Männer schwitzen beim Potsdamer Rapper und Streamer Filow.

Filow rappt in einem Song: „Wir sind back so wie Nazis. Ich tret’ dir in dein braunes Fressbrett, bis du schwarzsiehst.“

Das Superbloom ist ein buntes Festival. Überall prangt der Regenbogen. Auf die Diversity weisen große Schrifttafeln hin. Man solle respektvoll miteinander umgehen, steht überall. Securityteams patrouillieren übers Gelände, im Awareness-Zelt hören besorgte Mitarbeiterinnen zu, wenn jemand dumm angemacht wurde. Es ist ein Safe Space, in dem Eltern ihre Kinder gut aufgehoben wissen. So weit, so gut.

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