Sie sind krank, lieber Leser. Überhaupt: CDU-Wähler, FDP-Fans, AfD-Anhänger und alle Bürger, die mit christdemokratischen, libertären, objektivistischen, sozialstaatlichen, konservativen, reaktionären oder sonstigen nicht-linken Ideen liebäugeln, brauchen Hilfe. Wer Kiwis mag, ist rechtsextrem, weil er glaubt, dass es nur zwei Geschlechter gibt. Wer die Politik von Merz clownhaft findet, ist ein Rechter, und wer Adler liebt, bringt damit seine nationalistische Gesinnung zum Ausdruck.
Noch schlimmer ist es, wenn auf ihrem Couchtisch vielleicht ein Magazin wie Tichys Einblick, Junge Freiheit oder Tumult liegt. Wenn auch nur einer dieser Fälle zutrifft, dann sind Sie vielleicht ein Fall für den Ambulanten Justizsozialdienst Niedersachsen.
Nun erwartet man von ambulanten Sozialdiensten alles Mögliche. Vielleicht die Betreuung von Heroin-Abhängigen. So ein Drogenwrack, und bei aller Menschenliebe kann man echte Heroin-Geschädigte nur so betiteln, braucht Halt, Hilfe und einen ambulanten Dienst, der ihn mit der Ersatzdroge Methadon versorgt. Er braucht eine Wohnung und einen Job, um seinem toxischen Umfeld zu entkommen. Ein suchtkranker Mensch braucht Hilfe.
Und zu guter Letzt wäre ein ambulanter Sozialdienst eine gute Anlaufstelle für Menschen, die in Clans, Banden oder Sekten feststecken und Halt brauchen, um sich aus einem Morast von Kriminalität und Isolation nicht selbst herausziehen können. Ein Mensch, der keinen Ausweg sieht, braucht Hilfe.
Aber lieber Leser, brauchen Sie Hilfe?
Das fragen wir nicht so ungefähr. Denn der Ambulante Justizsozialdienst des Landes Niedersachsen macht sich Sorgen um Sie. Nicht wegen Drogenkonsum, Vereinsamung oder Vorstrafen. Sondern, weil Sie Tichys Einblick digital, im Print, als Podcast oder Video, zu Land, zur See oder vielleicht sogar im All konsumieren. „Der Ausstieg aus der rechten Szene kann Gefahren und Herausforderungen in nahezu allen Lebensbereichen mit sich bringen“, steht auf der Website des „AussteigerhilfeRechts“, einem Angebot des Ambulanten Justizsozialdienstes.
Und wie erkennt man, dass ein Mensch zur rechten, sprich rechtsextremen, Szene gehört? Nun, dafür hat die Aussteigerhilfe ein handliches Glossar erstellt. Unter anderem wird dort vor Tichys Einblick gewarnt. Das überrascht die Chefredaktion jetzt doch: Noch nie haben wir jemandem das Auto angezündet, weil einer das Abonnement eingestellt hat. Im Gegenteil: Wir wünschen jedem, der geht, viel Glück mit anderen Medien und freuen uns über jeden, der zurückkommt. Die Politik gibt uns ja dann doch jeden Tag wieder recht.
„Das Magazin kommt einmal monatlich heraus. Zusätzlich gibt es das gleichnamige Onlinemagazin. Herausgeber und Chefredakteur ist Roland Tichy. Inhaltlich kann das Blatt als nationalkonservativ bis rechtspopulistisch beschrieben werden“, beschreibt die „AussteigerhilfeRechts“ uns. Diese Beschreibung ist eine minderkompetente Zusammenfassung des ersten Absatzes unseres Wikipedia-Artikels; warum wir als „nationalkonservativ“ oder „rechtspopulistisch“ beschrieben werden, wird nicht erklärt. Keine Übertreibung: Als Quelle steht im Verzeichnis einfach „Wikipedia“. Das ist die tiefgründige Recherche, die wir von unserer Verwaltung erwaten!
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