Die Entscheidung des norwegischen Nobelkomitees ist ein politisches Signal. Ein Zeichen, das auch bei vielen Menschen weltweit für Kopfschütteln sorgt: Am Freitag wurde bekannt gegeben, dass die ehemalige UN-Menschenrechtskommissarin Navanethem „Navi“ Pillay den Friedensnobelpreis 2026 erhält. Begründet wurde die Auszeichnung mit ihrem jahrzehntelangen Einsatz für Menschenrechte, für Frieden und für die Durchsetzung des internationalen Rechts.
Doch eine Position der neuen Nobelpreisträgerin sorgt nun für besonders scharfe Kritik: ihr langjähriger Kurs gegenüber Israel. Von 2021 bis 2025 leitete sie eine Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrats zu Israel und den palästinensischen Gebieten. Diese Kommission kam 2025 zu dem Schluss, dass Israel im Gazastreifen Völkermord begangen habe. Die israelische Regierung weist diesen Vorwurf entschieden zurück. Pillay wird vorgeworfen, bereits vor ihrer Ernennung zur Vorsitzenden der Kommission politisch festgelegt gewesen zu sein.
So verweist UN Watch darauf, dass die Juristin im Juni 2020 einen Aufruf zu Sanktionen gegen Israel unterzeichnet hatte. Ein Jahr später habe sie US-Präsident Joe Biden aufgefordert, Israel wegen des damaligen Gaza-Krieges zur Verantwortung zu ziehen. Für Hillel Neuer, den Executive Director von UN Watch, wirft das erhebliche Zweifel an ihrer Unparteilichkeit auf. Seine zentrale Kritik: Wer bereits vor Beginn einer Untersuchung öffentlich Sanktionen gegen den untersuchten Staat fordert, müsse sich fragen lassen, ob er die notwendige Distanz für eine unabhängige Beurteilung besitzt.
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