Die Zahl der offenen Haftbefehle steigt. Zum Stichtag 1. Juli 2026 wurden in Deutschland insgesamt 148.311 Personen gesucht, gegen die offene Haftbefehle vorlagen. Die Zahl geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor. Davon besitzen lediglich 11,2 Prozent einen deutschen Pass. Die Aufschlüsselung nach Staatsangehörigkeit erfragten allerdings nicht die Grünen, sondern der AfD-Abgeordnete Sebastian Münzenmaier. Die Antwort des Bundesinnenministeriums liegt der Welt am Sonntag vor.
Nach den veröffentlichten Angaben besaßen nur 16.671 der Gesuchten ausschließlich die deutsche Staatsangehörigkeit. Weitere 2.225 hatten neben dem deutschen Pass eine weitere Staatsangehörigkeit. Der überwiegende Teil besaß demnach ausschließlich eine oder mehrere ausländische Staatsangehörigkeiten.
Ein Grund für den geringen Anteil deutscher Gesuchter in der Statistik liege darin, dass es leichter sei, diese innerhalb Deutschlands ausfindig zu machen, erläutert das Bundesinnenministerium. Bei ausländischen Tatverdächtigen könne es sein, dass sie inzwischen das Land wieder verlassen oder abgeschoben sein worden. So waren beispielsweise in der Summe aller neu erlassenen Haftbefehle 2024 38,7 Prozent auf deutsche Passinhaber ausgestellt. Bei der Abfrage an einem Stichtag werden auch ältere offene Haftbefehle inkludiert. Das ist ein Grund für die auf die Gesamtbevölkerung übertragene unverhältnismäßig hohe Abbildung von ausländischen Gesuchten.
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