Spektakuläre Enthüllung oder Räuberpistole? Die New York Times berichtet, der Mossad habe versucht, ausgerechnet Irans früheren Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad nach einem Sturz des Mullah-Regimes als neuen Staatschef zu installieren.
Teheran am 28. Februar dieses Jahres: Die USA und Israel greifen das iranische Regime und seine militärische Infrastruktur an. Auch das Haus des ehemaligen Präsidenten der Islamischen Republik im Süden der Metropole wird von Raketen getroffen. Das Gebäude seiner Leibwächter wird zerstört. Später wird vermeldet, Ahmadinedschad sei tot.
Doch in Wahrheit, so berichtet die New York Times (NYT), wird Ahmadinedschad selbst im Chaos von brennenden Gebäuden und Autos von Männern in einen schwarzen Peugeot gezerrt und in ein geheimes Versteck verbracht. Denn: Ausgerechnet der Mann, der den Holocaust leugnet, öffentlich von einer „Welt ohne Zionismus“ träumte, Israel die Vernichtung androhte und das iranische Atomprogramm vorantrieb, soll laut der Zeitung eine Schlüsselfigur im Plan gespielt haben, das Mullah-Regime zu stürzen.
Forcierte die Uran-Anreicherung: Ahmadinedschad 2008 beim Besuch der Atomanlage in Natanz.
Wie soll es dazu gekommen sein? Ahmadinedschad hat sich mit dem Regime überworfen, nachdem er dreimal an der erneuten Kandidatur für das Präsidentenamt gehindert worden war. Er kritisierte unter anderem die Korruption im Land und die Repression von Regimegegnern – und machte auch persönlich eine Wandlung durch: Die ungepflegt wirkende Erscheinung früherer Tage legte Ahmadinedschad ab, trug statt des beigefarbenen Blousons Anzüge, trimmte seinen Bart und soll sich sogar Botox verabreicht haben. Auch habe er Englisch gelernt.
Hat die einst ungepflegte Erscheinung abgelegt: Mahmud Ahmadinedschad.
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