22. März 2016 – 7 Uhr 57: Die Abflughalle des Brüsseler Flughafens ist gut besucht. Schlangen vor den Check-In-Schaltern. Auch vor dem Brussels Airlines Schalter, an dem der Flug nach Tel Aviv abgefertigt wird und am Delta-Schalter für den Flug nach New York. Minuten vorher haben drei Belgo-Marokkaner ihre Gepäckwagen mit den schweren Koffern vor der Starbucks-Filiale in der Halle abgestellt und genießen ihren letzten Kaffee – den letzten vor dem Paradies. Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen ruhige Gesichter.
7 Uhr 58: Zwei Explosionen erschüttern das Gebäude. Eine gigantische Druckwelle reißt Gliedmaßen ab, köpft, Deckenpanele des recht hohen Gebäudes fallen, Glassplitter fliegen umher und töten, Rauch vernebelt die Sicht, dazu große Schrauben, die wie Schrapnells herumfliegen und sich brutal in Körper bohren.
Das Gespräch am Handy von zwei jungen Geschwistern mit den Eltern jäh unterbrochen, eine Jungverheiratete verblutet am Bankautomaten, ein Obdachloser, der einen Kaffee an einem Stand trinkt, stirbt. Panik bricht aus. Es gibt Allahu-Akbar-Rufe von Gepäckarbeitern, aber es gibt auch den marokkanischen Angestellten, der Erste Hilfe leistet und einem Verletzten das Handy zum Telefonieren übergibt. Unvergessen das ikonische Bild der verletzten indischen Stewardess, in zerrissener Kleidung auf einer Bank sitzend.
Die schwere Bronzeplastik in der Abflughalle hat massive Abdrücke der Schrauben. Zwei Attentäter haben sich zeitgleich in die Luft gesprengt, der Dritte flieht und wird später behaupten, die Druckwelle habe ihn an der Zündung gehindert. Er macht sich seelenruhig zu Fuß auf den Weg in die Stadt und wird später aufgegriffen werden.
Sobald sich die Nachricht in den Medien verbreitet, wird das Handynetz durch zahlreiche Anrufe um Familienmitglieder und Freunde Besorgter lahmgelegt. Dabei sind auch Fahrgäste der Metrolinie Richtung Innenstadt, die ihre Angehörigen beruhigen und um 9 Uhr 11 sterben werden.
9 Uhr 11: Metrostation Malbeek im Europaviertel. Zwei Terroristen mit Rucksäcken sind drei Stationen vorher eingestiegen. Einer verlässt den U-Bahn-Wagen, wirft seinen Rucksack mit Sprengstoff in den Papierkorb, der andere sprengt sich in die Luft. Der überlebende Terrorist wird nie identifiziert und bleibt verschwunden. Die Druckwelle ist so stark, dass durch die Reflexion der Druckwelle an der Decke der Zug zentimetertief in das Gleisbett gedrückt wird. Neben dem Tunnel ist eine Tiefgarage, die Backsteine der Mauer dort fliegen aus der Wand. Überlebende und Fahrgäste des Gegenzuges retten sich über die Gleise des verrauchten Tunnels zur nächsten Bahnstation.
Insgesamt sind 35 Opfer zu beklagen, aus 14 Nationen, und 340 Verletzte. Viele Verletzte bleiben monatelang in Krankenhäusern, eine Person stirbt, da die Krebsbehandlung unterbrochen wird, eine begeht Selbstmord, eine andere wählt die in Belgien legale Euthanasie. Lange währt der Kampf um die Erstattung von Behandlungen und monatelangen Berufsausfällen.
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