Einen geliebten Menschen für immer verlieren. Sterben müssen, obwohl man noch nicht dazu bereit ist. Das sind wohl zwei der schmerzhaftesten Erlebnisse, die wir Menschen erfahren können und müssen. Jeder, der enge Beziehungen zu anderen Menschen aufbaut, muss diesen schmerzlichen Hintergedanken ertragen. Jeder, der sich ein lebenswertes Leben schafft, muss die Gewissheit aushalten, dass es eines Tages zu Ende sein wird.
Um mit diesen Gefühlen umzugehen, finden manche Menschen eine Religion und suchen die Hoffnung, dass das eigene Sein und das Wesen der Geliebten gar nicht endlich sind. Andere, wohl die meisten, verdrängen die Gedanken daran – manche schaffen es nur mit Drogen, krankhaft-betäubender Dauerarbeit oder anderen Aktivitäten oder Substanzen, die eine Entfremdung vom eigenen Innenleben bewirken.
Am Wochenende habe ich die neuen Folgen der israelischen Serie Fauda geguckt. Das Morden der Hamas am 7. Oktober wird dort nachgespielt – mit Bildern, die an jene erinnern, die sich in die Köpfe eines jeden gebrannt haben, der damals 2023 die Berichterstattung verfolgt hat. Hamas-Terroristen, die Frauen und Kinder gezielt abschlachten, Leichenberge, verstreut, viele, viele junge und sehr junge Gesichter, Kleinkinder, Babys.
Die Serie trifft deswegen so hart, weil sie Erinnerungen an echte Bilder weckt, die noch nicht lange verblasst sind. Und plötzlich saß ich nach diesen Folgen in meinem Auto und spürte – wie damals vor drei Jahren – mit ganzer Wucht jenen Schmerz der Endlichkeit des Lebens, den man sonst zu verdrängen versucht. Das hätte ich sein können, ist kein absurder Gedanke, wenn man in die jungen Gesichter der ermordeten Frauen guckt. Das hätte meine Freundin sein können, meine Mutter, ebenfalls nicht.
SACHSEN-ANHALT: SPD-Protest gegen AfD-Durchmarsch ‒ CDU in Erklärungsnot | WELT LIVESTREAM











