Wie kommen wir schnellstmöglich aus dem Wohlstand raus?

vor 2 Monaten

Wie kommen wir schnellstmöglich aus dem Wohlstand raus?
Bildquelle: Tichys Einblick

Endlich hat Friedrich Merz Deutschlands größtes Problem erkannt, das er nun lösen wird, nämlich Deutschlands Wohlstand. Beim Tag der Familienunternehmen in Berlin am Donnerstag bekannte Merz Farbe: „Ich sage das ohne jede Larmoyanz: Eine wohlhabende Gesellschaft zu verändern, ist viel schwieriger, als ein Land nach Krieg und Zerstörung wieder aufzubauen.“ Diesen fundamentalen Satz des Kanzlers, der mehr ertragen muss als alle Kanzler vor ihm, hat man erstmal für sich stehen zu lassen.

Gegen Friedrich Merz war Konrad Adenauer nur ein Leichtgewicht, der musste sich nicht mit dem Wohlstand abplagen, der hatte doch Ruinen, ein vom Krieg zerstörtes Land, Menschen, die hungerten. Was ist schon Hamburg, Dresden und Berlin im Mai 1945 gegen Hamburg, Dresden und Berlin im Mai 2026? Merz ist wirklich nicht zu beneiden.

Heißt also nach Merz, je zerstörter ein Land ist, umso leichter ist es, das Land zu verändern, weil man es nur wiederaufbauen muss. Ein Kinderspiel. Man möchte bitter spotten: Das konnten sogar Frauen, Trümmerfrauen. Und so richtig war Deutschland auch gar nicht nach dem Krieg zerstört, wie Merzens Außenminister in Damaskus feststellte, denn in Syrien sehe es, so der Apparate-Historiker, derzeit „schlimmer“ aus als in „Deutschland 1945“. Letztlich hatten auch nicht die Deutschen ihr Land wieder aufgebaut, sondern die Türken, so äußerte Wadephul kniefällig der türkischen Zeitung Hürriyet gegenüber: „Es waren ganz entscheidend auch Frauen und Männer aus der Türkei, die mit harter Arbeit unter teils sehr schwierigen Umständen das sogenannte ‚Wirtschaftswunder‘ möglich gemacht haben…“ Das Wirtschaftswunder ist für Wadephul nur „sogenannt“. Mehr Verachtung für die Deutschen zwischen 1950 und 1960 geht kaum.

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