4000 Franzosen sitzen in einer zeltartigen Halle in Caen in der Normandie zusammen. Sie sind gekommen, um zu feiern. Und dazu gehört neben rotem Wein, französischem Käse und Aufschnitt: auch das französische Schwein. Hinzu kommen Chansons von Michel Delpech, Sardou oder Charles Aznavour. Außerdem jede Menge Baskenmützen und Hosenträger – so beobachteten es jedenfalls anwesende Medienvertreter.
Ja, es ist wahr: Der junge Franzose trägt wieder Barett, die traditionelle Mütze der Hirten, nicht nur jener aus dem Baskenland, die in Frankreich seit langem zum Symbol des populären Widerstands geworden ist. An diesem Tag könnte die Kopfbedeckung tatsächlich programmatisch gemeint sein. Aber wäre sie damit etwas so anderes als Dirndl und Lederhose beim Oktoberfest? Diese Kleidungsstücke sind bekanntlich eine höchst integrative Angelegenheit. Auf der Münchner Wiesn wirft sich bekanntlich auch der weitest angereiste Tourist den Trachtenjanker über und trägt karierte Hemden mit Lederhose.
Wo aber die Integration endet, zumindest im heutigen Frankreich, das ist der Schweinefleischgenuss. Nach dem Bericht eines Journalisten des öffentlichen Senders France Inter (vergleichbar dem hiesigen DLF) wurde es auf der Website der Muttergesellschaft Radio France noch einmal protokolliert. Über ein Mikrophon ruft jemand, so will es der Bericht: „Und jetzt das Schwein!“ Und in der Tat sieht man auf Bildern ganze Spanferkel, die durch den Saal getragen werden, so wie in Bayern auch noch gelegentlich. Vielleicht bringt das ja sogar Glück. Jedenfalls soll einer am Tisch die Worte gesagt haben: „Man muss eben Schweinefleisch haben. Schweinefleisch schreckt ab. Mit Schweinefleisch hast du Ruhe.“ Und mit diesen, oberflächlich betrachtet, rätselhaften Worten entlässt der Journalist seine Leser, ohne weiteren Kommentar.
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