Ein ungewöhnlicher Auftakt für ein politisches Fernsehgespräch: In der ARD-Sendung Caren Miosga wurde SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil mit einem Social-Media-Beitrag seiner eigenen Partei konfrontiert, der kurzzeitig für Spott und Empörung sorgte. In dem Online-Post war ein Balkendiagramm zur „sozialen Gerechtigkeit“ veröffentlicht worden – doch anstelle des Parteinamens der AfD prangte dort ein Kot-Emoji. „Ist die AfD scheiße oder diese Marketing-Idee?“, fragte Miosga süffisant. Klingbeil reagierte sichtlich verlegen: „Als ich das gesehen habe, hab ich sofort angerufen und gesagt, das akzeptiere ich nicht.“ Er habe dem SPD-Generalsekretär „sehr deutlich gemacht“, dass der Beitrag gelöscht werden müsse, beteuerte er.
Doch noch während der Sendung stellte sich heraus, dass der Post auf der Plattform Threads weiterhin abrufbar war. Erst nach Ende der Ausstrahlung verschwand der Eintrag – ein Vorgang, der den Eindruck einer Kommunikationspanne hinterließ. Zugleich offenbarte die Szene ein Dilemma, das Miosga klar benannte: Wie soll die SPD mit der Konkurrenz von Rechtsaußen umgehen? Klingbeil versuchte zu differenzieren: „Die AfD ist eine rechtsextreme Partei, aber viele ihrer Wähler sind es nicht.“ Man dürfe diese Menschen „nicht beschimpfen“, sondern müsse sie „zurückgewinnen“.
Nach diesem missglückten Einstieg wandte sich Klingbeil den zentralen Themen der Regierungspolitik zu. Besonders scharf fiel seine Bewertung der deutschen Infrastruktur aus. „Wir investieren in die Infrastruktur dieses Landes. Das ist notwendig, weil wir mittlerweile eine Infrastruktur haben, die einem ja peinlich ist“, sagte er. Deutschland brauche „ein anderes Tempo“. Ziel müsse sein, „dass sich spürbar etwas ändert“.
DEUTSCHLAND: Klingbeil präsentiert Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2027 & Finanzplan bis 2030











