Ein deutscher Stahlboss rechnet mit der Energiepolitik in Deutschland ab, sagt, er und sein Unternehmen seien „Opfer eines politischen Anschlags“. Stefan Rauber ist Chef des saarländischen Stahlkonzerns Saarstahl (5000 Mitarbeiter, 3,6 Milliarden Euro Umsatz) und benutzt im Gespräch mit der FAZ Begriffe wie „schizophrene Politik“, „Bananenrepublik“ und „Willkür wie in den USA“.
Das Bemerkenswerte: Rauber ist – anders als andere Konzernlenker etwa bei den Chemieriesen BASF oder Evonik – nicht wütend über den ansteigenden CO2-Preis und die Zusatzkosten für die deutsche Industrie. Dem Saarstahl-Chef kann es gar nicht schnell genug gehen mit höheren CO2-Kosten.
Saarstahl und das Schwesterunternehmen Dillinger Hütte hatten 4,6 Milliarden Euro, wovon 2,6 Milliarden Euro staatlicher Zuschuss von Ex-Wirtschaftsminister Robert Habeck waren, in Elektrostahlöfen investiert, um „grünen Stahl“ zu produzieren. Die Hoffnung: ein Preisvorteil für den teuren „grünen Stahl“, sobald der konventionelle Stahl dank CO2-Preis noch teurer ist.
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