„Eine Nation, die von der KI einer anderen abhängig ist, importiert nicht nur ein Produkt. Sie importiert eine Zielfunktion, ein Weltbild, ein Wertesystem.“ Dieser Satz stammt aus einem Gastbeitrag von Bundesdigitalminister Karsten Wildberger, den er für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) geschrieben haben soll. Laut einer Recherche der Zeit besteht dieser Text jedoch, wie weitere seiner Reden und Beiträge, größtenteils aus KI-generiertem Textmaterial, das mithilfe von Chatbots generiert worden sei.
Besonders auffällig sei laut der Recherche ein im April im Handelsblatt erschienener Text. Eine Analyse der Software Pangram habe ergeben, dass 99,3 Prozent des Beitrags sehr wahrscheinlich KI-generiert worden ist. Der eingangs zitierte Text aus der FAS soll zu 78 Prozent von KI stammen.
Hinreichende Indizien für die Verwendung von KI, an denen sich Pangram orientiert, sind die exzessive Verwendung von Gedankenstrichen oder sogenannten Dreiklängen. Gemeint sind dreiteilige Aufzählungen innerhalb eines Satzes. Im Handelsblatt-Text Wildbergers heißt es zum Beispiel, ein Entwickler könne heute per Mausklick „einen Server, eine Datenbank oder eine KI-Anwendung“ bereitstellen, „ohne Umwege über Vertrieb, Angebote oder langwierige Abstimmungen“.
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