Vier Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gibt es schwere Vorwürfe gegen die Seniorenresidenz „Marthahaus“ in Dessau. Unter dem Namen einer 95 Jahre alten, dementen Bewohnerin wurden offenbar Briefwahlunterlagen beantragt und anschließend Stimmen abgegeben. Ihr Bevollmächtigter Klaus-Lothar Bebber bestreitet, davon gewusst zu haben. Über den Fall berichtet die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung (OAZ).
Bebbers Tante lebt nach seinen Angaben seit Jahren im Marthahaus und ist seit rund vier Jahren dement. Am 27. August fragte der 74-Jährige in der Einrichtung nach ihren Wahlunterlagen. Am folgenden Tag habe ihn eine Mitarbeiterin angerufen. Sie habe erklärt, die Wahlunterlagen der Bewohner aus Zeitgründen eingesammelt und geschreddert zu haben. „Die Mitarbeiterin beteuerte mir, alles vernichtet zu haben“, sagte Bebber der OAZ. Nach seinen Angaben erhält er sonst sämtliche Dokumente und Briefe seiner Tante.
Vier Tage später ging Bebber gemeinsam mit seiner Frau zum Wahlbüro in Dessau. Dort sollen Mitarbeiter nach Angabe der persönlichen Daten seiner Tante festgestellt haben, dass bereits am 10. August Briefwahlunterlagen für die 95-Jährige beantragt worden waren. Auch die Briefwahl sei zu diesem Zeitpunkt bereits erfolgt. Die Mitarbeiter hätten ihm zudem den entsprechenden Antrag gezeigt. Darauf habe sich eine „krakelige“ Unterschrift seiner Tante befunden.
DEUTSCHLAND: Putin geht bei Rache noch weiter! Russland reagiert auf Sanktionen I WELT STREAM













