Wie der linke Zeitgeist den Kapitalmarkt erobern will

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Wie der linke Zeitgeist den Kapitalmarkt erobern will
Bildquelle: Tichys Einblick

Kaum ein Medium wurde von den Wellen des Zeitgeists so mitgerissen wie die ZEIT. Einst Hort linksliberaler Denk- und Journalismuskultur, weckt sie inzwischen den Eindruck, in einen fortwährenden Wettstreit linkswoker Kuriositäten mit dem Kampfblatt der Ökosozialisten, der taz, eingetreten zu sein. Eine Kostprobe der ideologischen Unterwerfung bot die ZEIT-Redaktion am 2. September. Unter dem Titel „Geldanlage von Frauen: »An der Börse siehst du fast ausschließlich Finanzbros«“ philosophierte die Autorin Lisa Kreuzmann über die wahren Probleme des Finanzplatzes, der Altersvorsorge und des noch immer vorherrschenden Paternalismus – in einer Welt, die noch immer dreist und unverschämt kleine kapitalistische Rückzugsnester vor den Klauen des linken Zeitgeists verteidigt.

Kreuzmann identifiziert mit Blick auf die Börse, auf Fragen der Altersvorsorge und der Anlage vor allen Dingen einen strukturellen Paternalismus. Ihre Kernthese: Frauen sind im Alter ärmer, da sie weniger investieren, während Männer den Kapitalmarkt beherrschen. Hinzu kommt ein Evergreen: die längst widerlegte strukturelle Gehaltslücke zwischen Frauen und Männern.

Die ZEIT-Autorin erweist den Frauen einen Bärendienst, indem sie in ihrer queerfeministischen Eifersucht andeutet, Frauen seien Männern an der Börse, beim Investieren und im Arbeitsleben grundsätzlich nicht ebenbürtig.

Es sind Rauchzeichen aus der urbanen Blase einer neulinken Pseudoelite. Mit Verweis auf eine Studie der Mannheimer Professorin Alexandra Niessen-Ruenzi untermauert sie diesen Befund mit dem Hinweis auf einen Graben zwischen den Geschlechtern: einer wesentlich höheren Partizipation von Männern, wenn es um Fragen der Aktien- oder Börsenanlage geht. 32,2 Prozent der Männer investierten in Aktien, ETFs oder Fonds – im Gegensatz dazu seien nur 17,7 Prozent der Frauen an der Börse aktiv, so das Ergebnis der Studie. Für die Autorin ist dies keine Frage der finanziellen Bildung, sondern ein Sittengemälde des Patriarchats, des grundsätzlichen Mangels an Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern. Alles an diesem Artikel trägt den Odor der taz – es sind Funksprüche aus der Ecke wirrer Zeitgeist-Jongleure. Am Ende trägt die Börse die Schuld. Selbstverständlich. Sozialisten wähnen stets hinter jeder Sozialmalaise strukturelle, machtbezogene Ursachen, die sich nur durch Eliminierung der Freiheit aus der Welt schaffen lassen.

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