Zinspanik ist das dominierende Thema an den Finanzmärkten. Zinspanik wirft eine Frage auf: Ist dies der Beginn der nächsten Staatsschuldenkrise?
Zeit für einen Kurswechsel wäre vorhanden gewesen – der Anleihemarkt hatte der Politik hinreichend Handlungsspielraum gewährt, um fiskalische Hausaufgaben zu erledigen. Vor vier Jahren setzte dann der atmosphärische Wandel ein. Seither stiegen auch die zehnjährigen Referenzpapiere aus Deutschland von seinerzeit etwa minus 0,85 auf eine Umlaufrendite von derzeit 3,3 Prozent. Wir stehen vor einer tektonischen Verschiebung in der internationalen Finanzarchitektur, die mit der Zeit zu massiv steigenden Finanzierungskosten der Staaten führen wird, sollten diese die Schulden in die Zukunft rollen müssen.
Doch die Politik verweigert bislang jede Form der Haushaltskonsolidierung und bannt das Menetekel des Marktes auf die hinteren Seiten der Wirtschaftsmagazine. Dabei ist die Botschaft eindeutig: Bei Staatsschuldenquoten, die sich in der Europäischen Union wie im Falle Frankreichs, Italiens oder Spaniens bei etwa 120 Prozent bewegen, ist es Zeit für Ausgabenreduzierung. Das große europäische Sozialstaatsexperiment, die nicht endende Sozialmigration und der Aufbau einer staatsschuldenfinanzierten grünen Pseudoökonomie sind gescheitert.
Auch die deutsche Politik bleibt der Strategie der Ausgabenweltmeister aus Paris, Rom, Madrid, London und Washington verpflichtet: Man hat sich zu lange an die paradiesischen Zustände des billigen Kredits und der Wählermanipulation mit dem süßen Gift der Staatsverschuldung gewöhnt, um jetzt den Ausgabenstecker zu ziehen.
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