Deutschlands letzte Boombranchen heißen Asylindustrie und Staat

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Deutschlands letzte Boombranchen heißen Asylindustrie und Staat
Bildquelle: Tichys Einblick

Erst im Mai hatte das „The Niu Quay“ im Hamburger Binnenhafen eröffnet. Vier Monate später ist aus dem Designhotel jetzt eine Flüchtlingsunterkunft geworden. Seit dem 1. September sollen dort bis zu 340 Menschen untergebracht werden. Das Haus verfügt über 146 Zimmer und 20 Apartments. Die Stadt will die Belegung zunächst bis Jahresende laufen lassen und anschließend zurückfahren; spätestens im Juni 2027 soll Schluss sein. Angeblich. Wie auch bei der Erfindung von irgendwelchen neuen von und zu Steuern, werden auch die nie wieder abgeschafft, siehe Schaumweinsteuer und Soli.

Hamburg zahlte 2025 für einen Platz in einer Hotelunterkunft durchschnittlich 82 Euro pro Person und Tag einschließlich Verpflegung. Die Sozialbehörde erklärt, die Konditionen für das neue Harburger Hotel bewegten sich ungefähr auf diesem Niveau. Bei 340 voll belegten Plätzen und 30 Tagen wären das rechnerisch rund 836.000 Euro im Monat, die genaue Vertragssumme nennt die Stadt nicht. Fördern & Wohnen nutzt inzwischen neun Hotels allein aus der Gruppe Novum Hospitality für die Unterbringung von Flüchtlingen.

Hamburg begründet die Anmietung mit einer Auslastung seiner Unterbringungskapazitäten von derzeit 103 Prozent. Gleichzeitig fallen demnächst mehrere Großstandorte weg: 650 Plätze in der Fegro-Halle sowie jeweils rund 500 am Schwarzenbergplatz und am Röhricht. Die Politik produziert damit den nächsten Engpass bereits beim Abbau des vorherigen Provisoriums und kauft sich Ersatzkapazitäten auf dem Hotelmarkt.

Das frisch eröffnete Designhotel ist dabei nur ein kleines Schaufenster. Hamburg bzw. der Steuerzahler gab 2025 insgesamt 636 Millionen Euro für die öffentliche Unterbringung von Flüchtlingen aus. 173 Millionen Euro davon entfielen auf Hotels. Ende 2025 lebten gut 42.000 Menschen in Unterkünften, etwa 5.000 davon in Hotels. Rechnerisch flossen damit im vergangenen Jahr durchschnittlich 53 Millionen Euro im Monat in das Unterbringungssystem.

Auch 2026 läuft diese Maschine auf Hochdruck weiter. Im ersten Halbjahr zahlte Hamburg 265 Millionen Euro für die Flüchtlingsunterbringung, darunter 69 Millionen Euro für Hotels. Die durchschnittlichen Kosten je belegtem Platz sanken zwar von knapp 42 Euro pro Tag im Jahr 2025 auf rund 37 Euro. Das entspricht immer noch etwa 1.110 Euro pro Bewohner und Monat.

Was Durchschnittswerte verdecken können, zeigt der Mundsburg-Tower: dort wurden 2025 durchschnittlich 336 Flüchtlinge in 77 Wohnungen untergebracht. Die Kosten beliefen sich auf 7,9 Millionen Euro. Fördern & Wohnen berechnete für eine solche Wohnung durchschnittlich 8.510 Euro pro Monat. Rechnerisch entstanden Wohnkosten von rund 1.950 Euro je Bewohner und Monat. Im selben Hochhaus waren 56 Wohnungen regulär vermietet; dort lagen die durchschnittlichen Mieteinnahmen bei 1.550 Euro pro Wohnung. Zu den Größen der Wohnungen gibt es keine Angaben, weshalb beide Werte nicht eins zu eins vergleichbar sind. Der Abstand bleibt dennoch bemerkenswert. Die Asylindustrie ist eine Goldgrube und ihre Akteure machen sich schamlos die Taschen mit dem Geld der Steuerzahler voll.

Hotels bilden dabei nur den fotogenen Teil einer viel größeren Infrastruktur. Ende 2024 bezogen bundesweit 460.970 Menschen Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. 67.050 lebten in Aufnahmeeinrichtungen, 194.605 in Gemeinschaftsunterkünften. Weitere 199.315 waren dezentral untergebracht. Hinter diesen Kategorien stehen Erstaufnahmen, Gemeinschaftsunterkünfte, angemietete Wohnungen und kommunale Immobilien mit jeweils eigenen Betreiber-, Bewirtschaftungs- und Personalkosten.

Allein die Bruttoausgaben nach dem Asylbewerberleistungsgesetz betrugen 2024 bundesweit 6,718 Milliarden Euro. Nordrhein-Westfalen kam auf 1,191 Milliarden Euro, Bayern auf gut eine Milliarde. In Hamburg stiegen die AsylbLG-Ausgaben gegenüber 2023 um 36,6 Prozent auf 256 Millionen Euro, in Berlin um 24,1 Prozent auf knapp 599 Millionen. Diese Statistik erfasst noch lange nicht sämtliche Kosten der Flüchtlingsaufnahme.

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