Der Wirtschaftsverband „Die Familienunternehmer“ hat seine Öffnung gegenüber der AfD überraschend wieder kassiert. Präsidentin Marie-Christine Ostermann erklärte nach internen Beratungen, die Einladung von AfD-Abgeordneten zu einem Parlamentarischen Abend sei ein „Fehler“ gewesen. Man habe erreichen wollen, den Abgeordneten direkt zu erklären, warum das AfD-Programm aus Sicht vieler Mittelständler wirtschaftsfeindlich sei. Doch öffentlich sei der gegenteilige Eindruck entstanden: als wolle der Verband die AfD legitimieren.
Die Distanzierung erfolgt nach massiver Kritik und prominenten Austritten. Die Unternehmen Rossmann, Vorwerk und Fritz-Kola verließen den Verband, die Deutsche Bank kündigte die Zusammenarbeit für künftige Veranstaltungen. Ostermann betonte, man lasse sich „von Extremisten nicht vereinnahmen“ und werde sich in kommenden Landtagswahlen „klar und sichtbar gegen die AfD positionieren“.
Die Verbandspräsidentin hatte in der Brandmauer-Diskussion die Strategie der reinen Ausgrenzung als „gescheitert“ bezeichnet und sich für eine inhaltliche Auseinandersetzung ausgesprochen. Diese Haltung wurde durch ein Treffen mit dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, der sich für eine inhaltliche Debatte mit der AfD einsetzt und für ein Bild mit Ostermann in Tübingen posierte, untermauert. Palmer hatte das Vorgehen des Verbands öffentlich befürwortet, da er die Hoffnung, man könne AfD-Wähler durch moralische Ausgrenzung zur Umkehr bewegen, als „nicht aufgegangen“ ansah.
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