Die neu gewählte Berliner Linken-Abgeordnete Martha Kleedörfer hat ihre Forderung nach einer Enteignung des Axel-Springer-Verlags verteidigt. Im Interview mit der Wochenzeitung der Freitag sprach sie sich zudem für Enteignungen großer Wohnungskonzerne aus und erklärte, durch ihre parlamentarische Arbeit radikaler geworden zu sein.
Auslöser war eine Kolumne von Harald Martenstein bei Bild, in der dieser über die Motive palästinasolidarischer Frauen spekulierte. Viele junge Frauen fänden „unbewusst oder halbbewusst Machos superattraktiv“, schrieb Martenstein. Palästinasolidarität biete ihnen die Möglichkeit, eine „verbotene Leidenschaft politisch korrekt auszuleben“.
Kleedörfer bezeichnete den Text daraufhin als „ekelhaft“, „rassistisch“, „sexistisch“ und „pervers“. In den sozialen Netzwerken reagierte sie mit einer Textzeile des linken Rappers Disarstar: „Springer enteignen. Rudi, wir vergessen dich nicht.“ (Apollo News berichtete) Ob die Forderung ernst gemeint oder lediglich eine Provokation gewesen war, ließ sie offen. Die Medienlandschaft müsse jedoch „demokratisiert“ werden; große Medienhäuser dürften nicht länger in der Hand weniger Milliardäre liegen.
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