Ehemann der Grünen-Spitzenkandidatin wurde früher Neonazi-Szene zugerechnet

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Ehemann der Grünen-Spitzenkandidatin wurde früher Neonazi-Szene zugerechnet
Bildquelle: Tichys Einblick

Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt holt Susan Sziborra-Seidlitz eine Geschichte ein, die seit Jahrzehnten öffentlich dokumentiert ist und dennoch bislang keine Rolle im Wahlkampf spielte. Ihr Ehemann David Seidlitz wurde Mitte der 1990er Jahre von der damaligen Antifa-Szene als aktiver Neonazi in Quedlinburg geführt. Der Vorgang ist schon deshalb politisch relevant, weil Seidlitz heute selbst für Bündnis 90/Die Grünen arbeitet: Auf der Internetseite des Landesverbandes wird er als Regionalgeschäftsführer für Sachsen-Anhalt Mitte geführt. Zuständig ist er dort für mehrere Kreisverbände.

Die Quelle für seine frühere politische Zuordnung stammt aus einem Milieu, dessen Einschätzungen man nicht ungeprüft übernehmen sollte. In diesem Fall lässt sich allerdings erheblich mehr nachvollziehen als eine bloße Behauptung in einem aktuellen sozialen Netzwerk. Das „Antifaschistische Infoblatt“ berichtete in seiner Ausgabe 31 vom September/Oktober 1995 ausführlich über den Aufbau rechtsextremer Strukturen im Ostharz. Die damalige Ausgabe ist inzwischen vollständig im Internet Archive verfügbar.

Der Artikel beschreibt die Entwicklung einer organisierten Neonazi-Szene im Raum Quedlinburg nach dem Zuzug von Steffen Hupka. Hupka war zuvor Führungskader der 1992 verbotenen Nationalistischen Front gewesen und versuchte nach Darstellung des Magazins, die vorhandene Szene in örtlichen Zellen zu organisieren. In Quedlinburg entstand demnach ein „Unabhängiger Arbeitskreis“. Ihm gehörten laut dem damaligen Bericht die „stadtbekannten Neonazis“ David Seidlitz, Ronny Dalchau, Christian Mohr und Lars Engelmann an. Das Magazin schreibt anschließend von Schulungen, Seminaren und Wehrsportübungen innerhalb der aufgebauten Struktur.

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