Was hat die Beschäftigung von Annalena Baerbock als Professorin einer weltberühmten Eliteuniversität mit dem Plan zu tun, Zuckersteuer auf zuckerfreie Getränke zu erheben? Ist es nicht nur zeitliche Koinzidenz? Oder ist es einfach süß, wie die Bildungskatastrophe auf zwei Beinen zu akademischen Würden aufsteigt? Genau dasselbe Phänomen bei Bundesfinanzminister Lars Klingbeil: bodenlose Ahnungslosigkeit gekreuzt mit Selbstüberschätzung. Insofern sind beide Vorgänge symptomatisch für den Zustand der rot-grünen classe politique.
Im Grunde ist es urkomisch: Eine Politikerin, die unsterblich geworden ist mit der „360-Grad-Wende“ und anderen absurden Stilblüten, die als Kanzlerkandidatin der Grünen ihren vernachlässigbaren Lebenslauf aufgehübscht hat, nach Plagiatsvorwürfen ein Buch zurückziehen musste, mit „feministischer Außenpolitik“ ihrem Land geschadet hat, ihr Amt als Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen, in das sie sich höchstpersönlich intrigiert hat, zum Fremdschämen ausfüllte, unterrichtet nun an einer der einst angesehensten Universitäten der Welt, die in letzter Zeit allerdings wegen antisemitischer Umtriebe Schlagzeilen gemacht hat, im Fach „global leadership“. Sorry, der Satz geriet mir ein wenig lang, aber ich konnte vor Lachen keine Luft holen. Der Niedergang der Eliten ist das Thema beidseits des Atlantik.
Eine neue Zuckersteuer auf alkoholfreies Bier mit dem Kampf gegen den Alkoholismus zu begründen, Zuckersteuer auf zuckerfreie Limonaden aus Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung erheben zu wollen (was sagt dazu eigentlich der neue Gesundheitsminister?), mit Wasser verdünnten Apfelsaft (Schorle) höher zu besteuern als reinen Saft, gehört in ärztliche Behandlung. (Dieser Satz müsste noch viel länger sein). Vielleicht würde aber auch ein Lügenmoratorium helfen. Die Lüge, es gehe um Volksgesundheit, hatte Finanzminister Klingbeil sogar noch einmal wiederholt, ehe er zurückruderte. Tags darauf dann die nächste Lüge, als er behauptete, der Referentenentwurf aus seinem Haus sei quasi nur ein Diskussionspapier irgendwelcher Beamten und „Quatsch“. Man fragt sich natürlich, wie derart hirnamputierte Spitzenbeamte im Bundesfinanzministerium ihr Unwesen treiben können? Ich ziehe die Frage zurück. Für dumm verkaufen kann sich der Bürger selbst.
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