Selbstgebaute Abschussvorrichtungen, beschädigte Hochspannungsleitungen und ausgefallene Kraftwerksblöcke: Innerhalb weniger Tage häufen sich Angriffe und mutmaßliche Sabotageversuche auf Deutschlands Stromnetz. Ein Bekennerschreiben führt die Ermittler inzwischen zu einem Mann aus Nordrhein-Westfalen.
Seit Anfang September geraten gleich mehrere Umspannwerke in Deutschland ins Visier. Auffällig ist dabei vor allem die Methode: Mit selbstgebauten Abschussvorrichtungen soll leitfähiges Material auf Hochspannungsleitungen geschossen werden, um Kurzschlüsse auszulösen.
Am Dienstagmorgen wird zunächst eine beschädigte Hochspannungsleitung am Umspannwerk Turnow-Preilack bei Jänschwalde in Brandenburg entdeckt. Ermittler finden mehrere selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln. Einige von ihnen hatten nicht ausgelöst. Mit mindestens zwei der Vorrichtungen gelang es offenbar, leitfähiges Material auf die Hochspannungsleitung zu schießen und Kurzschlüsse auszulösen.
Es kommt zu einer Leitungsunterbrechung. Auch Block B des nahegelegenen Kraftwerks Jänschwalde fällt technisch aus. Die Stromversorgung der Bevölkerung bleibt jedoch stabil.
Später berichtet die linke taz, dass sie ein handschriftliches Bekennerschreiben erreicht hätte. Der Brief wurde laut Poststempel in Nordrhein-Westfalen verschickt. Darin bekennt sich ein Mann zum Angriff und beschreibt detailliert, wie er die Raketen und Abschussvorrichtungen gebaut haben will. Als Motiv nennt der Verfasser seine Ablehnung der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen.
Ein Umspannwerk in Jaenschwalde.
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